92 Geschichte
rationarium rempotum in eine bessere Form gegos-sen, oder vielmehr gänzlich umgeschmolzen, und 'sein schönes Compendium historiae uniuerlaiis, so175°, «753 und 1755 herausgekommen, daraus ge-macht hätte. Gleichwohl hat er den Vorsatz, einoder andres Stück naher zu erläutern, wenn ihmGott noch eine Zeitlang das Leben erhalten mochte,nicht gänzlich fahren lassen. Indessen ließ er esdamals bey der Arbeit bewenden, und begab sichausö neue an das Studium mythologicum, welchesihn« allerdings von großem Gewichte und dekäußersten Angelegenheit zu seyn scheinet. Dadurchnämlich glaubet er, daß ein sehr großer Theil derAlterthüiner, welcher noch in der dickestcn Finster-niß eingehüllet lieget, an daß Licht gebracht werde;daß die gelehrte Welt von dem schändlichen Irr-thume befteyet «verde, als ob die Menschen zu denältesten Zeiten, ich weis nicht was für Klötzer undund Blöcker, gewesen seyn, welche solche Lehren undErzählungen von Gott und von der Religion erdich.tet und angenommen hätten, die weit abgeschmack-ter, als alle altvättelsche Thorheiten *) sind; daßferner von Gott, wenn man so reden darf, die großeHärte und Unbilligkeit abgewälzet werde, nach wel-cher man dafür hält, daß er die Vorfahren der Hei-den ohne einige Bestrahlung des Lichtes des Evan.gelii, nach ihrer Weise und nach den Trieben derverdorbenen Natur, habe dahin leben lassen **) bissie, welches nothwendig daraus folgen mußte, bey.
nahe
*) 1 Tim. 4, 7. **) Psalm 147, 20.