des Hrn. Nicolaus Weftermann. 475
den Schauplatz der Welt getreten. In dieser sei-ner Vaterstadt hat er auch sowohl aus den Schu.len als auf dem Gymnasio studirt, und es in denWissenschaften weit gebracht. Er hat auch einigeandere Oerter, wo damals die Gelehrsamkeit blü»hete, besucht, hernach aber feine ßeit biß zu seinemRufe nach Frankfurt wieder zu Hause zugebracht,und daselbst unter andern an dem berühmten Theo-dor de Hase einen großen Freund gehabt. Erhatte sich zwar der Gottcsgelahrtheit gewidmet ge-habt. Allein, da er mit denen äußerlichen Ga-ben, auf welche cS bey der Wahl der Predigergrößtenrheils mehr, als auf die erforderte Gelehr-samkeit und Seelkngaben, anzukommen pfleget,so war es gut für ihn, daß er sich zugleich mit vie-ler Lust und Eifer auf die Humaniora gelegt hatte.
Seine besondere Geschicklichkeit im lateinischenStil, in der Dichtkunst, in der Kritik nnd in dergriechischen Sprache blieb nicht unbekannt. DieUniversität zu Frankfurt an der Oder, welcherBremen schon so manchen berühmten Lehrer über-lassen hatte, war es, welche auch ihn nach sich zog.Er ward an die Stelle des damals verstorbenenProfessors von der 2 irh, um die Beredtfamkeit,Dichtkunst und griechische Sprache zu lehren, da-hin berufen, und stellte sich auch bald darauf da-zu ein. Dieß geschahe 1713. In diesem Amte,welches er noch bekleidet, und dabey ältester Cu«kator der rcformirten Schule ist, hat er in denenfünf und vierzig Jahren, so er darinn zugebracht,
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