522 Zur Geschichte
des Herrn Präsidenten von Loen Hochwohlgcbohr.gesetzet hatte, gegen mich blicken lassen. Es ist nochetwas Gutes in diesem 2.Theil, und der Vortraz hatnoch etwas angenehmes. Dieses ist zu Göttingcn,wo man gar leicht ekelt, und gerne alles tadele,schon viel, und verpflichtet mich zum schuldigstenDank gegen meinen Richter. Was ihm aber miß-fallen, betrifft theils den sel. L>. Luther, theils denHerrn (für welche beyde mein neuer Geg-
ner viele Zärtlichkeit bezeiget) theils das vorzüglicheKennzeichen des wahren Glaubens, der Religion,der Christen, und der christlichen Kirche. Weilich nun für das letztere mehr Zärtlichkeit, als füralle Menschen hege: so will ich davon den Anfangmachen.
Man gestehet mir nunmehro zwar zu, daßHerr lValci) sich sehr übereilet, wann er meineSätze von der einzigen wahren Religion mit desHerrn von Loen seinem Lehrgebäude verworrenund vermischet; Alan rühmet selbst, daß er diesenFehler in seiner neuen Airchengeschichre (die ichnoch nicht gesehen) S. 285 gebessert: dennochaber begehet man in der That denselben vom neuen,und unterscheidet die Liebe überhaupt vom der gläu-bigen Liebe so wenig, als der Herr Präsident vonLoen selbst. Man wirft also den Menschen undden Christen, ‘ das Gesetz und das Evangelium,den Baum und die Früchte untereinander, umseinen Waffen gegen mich einen Glanz zu geben.Ich muß also abermal wiederholen, und inständigstbitten, einmal darauf zu achten, daß nach meinem
Begriffe