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[Band 4.]
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862 Geschichte

nommen, daß ich, als in einer Verrückung der.-Sinnen war. Mir dünkte, daß ich nahe bey Gotd.wäre, und er mir seine Liebe entdeckte; ich brach in)einen Fluß von Thränen aus, und ward mit einersunaussprechlichen Freude, die alles irdische Vergnü- •gen weit übertrifft, erfüllet. Ich wurde sehr ge-.rühret, durch die Süßigkeit Gottes auf eine un-,gemeine Weise in Empfindung gesetzt, und fühlte»seine Gegenwart in meiner Seele. Diese Ent-zückung dauerte beynahe eine Stunde lang; wieich zu Hause gekommen, war ich sehr begie-rig, dieselbe noch einmal zuhaben, aber sie warverschwunden. Nun konnte mich nichts, ausserderselben, vergnügen. Tag auf Tag suchte ichdieselbe wieder zu bekommen; keine Pflicht desGottesdienstes kennte mir, ohne dieser, ein Genü-gen thun. Diese Freude war so groß, daß sie michvon dem vielfältigen Gebrauch der Ergötzlichkeitenund Zeitverkürzungen je mehr und mehr abzog,und mich je länger, je fleißiger im Lesen, im Be-trachten, im Beywohnen der öffentlichen Betörter,im Empfangen des heiligen Bundessiegelö, undin dergleichen gokkesdienstlichen Pflichten machte;öfters verfügte ich mich auch, in Hoffnung, dieseFreude wieder zu gcnüssen, doch ohne meine Ab-sicht zu eneichen, nach eben derselben Stelle in denGärten.

Nachdem ich einige Zeit so zugebracht hatte,gefiel es dem Herrn, meine Seele, alle Morgen,zwischen Schlafen und Wachen, beynahe drey Wo-chen lang , mit sehr besondern Empfindungen von

götk-