864 Geschichte
sie nach der Hölle führen ; während welcher Zeitich, weil ich nicht wußte, welches der Ausschlagseyn würde, in großer Angst war. In dieser Un-gewißheit wachte ich plötzlich mit großen Entsetzenauf, denn dieser Traum machte in meinem, Ge-müthe einen tiefen Eindruck.
Ueber diesen Traum war ich eine geraume Zeitlang voller Unruhe. Denn, nicht zu wissen, wel-ches von beyden, der Himmel oder die Hölle, meinTheil seyn sollte, war, wie mir dünkte, eine er-schreckliche Sache. Kurz; es gefiele dem Herrn,diesen Traum so sehr in mein Gemüth zu drücken,daß ich mir, um den zukünftigen Zorn entflie-hen zu mögen, festiglich vornahm, die Pflichtendes Gottesdienstes genauer, als jemals, zu beob-achten. Auch machte mir solcher einige Beküm-merniß, daß er eine Vorbedeutung eines bevorste-henden Todes seyn möchte. Mein Bruder, demich diesen Traum erzählet«, wurde dadurch sehrge-rühret; und wir wurden beyde viel gottesfürchtigerals wir zuvor waren; indem wir alle Gelegenhei-ten zur Betrachtung der gottesdienstlichen Pflich-ten wahrnahmen, und dieselben zu denvornehm-sten Vorwürfen unserer Gespräche machten. Sofuhren wir einige Zeit fort, bis es dem allweisenGott gefiel, mir einen stärker«, Ruf, als jemalszuvor, durch folgenden sehr schmerzhaften Zufallzu schenken.
Mein Bruder und ich waren auf einm Ballgenöthiget, allwo wir (denn wir wohneten der-gleichen