Band 
[Band 4.]
Seite
883
JPEG-Download
 

desHcrrn Cornelius Cayley. 88z

daraus recht das Gegentheil. Ich kam ihnen fürals einer, der ganz von, rechten Wege abgewichen,und sich in grossen Irrthümern und Lasiern befände.Sie gaben sich viele Mühe, um mich davon 511überzeugen: aber das war unmöglich; ineine Seelefühlte die göttliche Wahrheiten, wovon ich geredethabe, fo deutlich, als wie jemand die Hihe derSonne im vollen Mittage empßndct: denn meineSeele war dergestalt in der Gnade Gottes ver-sunken, daß alle mein Vermögen mit der Erkennt-niß feiner Liebe, durch welche ich glücklich und ge-segnet war geworden, erfüllet wurden.

Weil ich nun eine so köstliche perle gesundenhatte, fo gab ich allen meinen Gesellen den Ab-schied, und ließ alle Spiele und Gesellschaftengänzlich fahren: denn mein Geist hatte nun an die-sen Sachen keinen Gefallen mehr. Eine Predigtgab mir nun tausendmahl mehr Vergnügen, alsalle fleischliche Lustbarkeiten nicht thun konnten.

Der Zustand des Lebens, worinn ich mich be-fand, machte bald an mir eine solche Veränderung,welche sehr kenntbar war; viele hielten mich füreinen unweifen und thörichten Menschen, der nichtwohl bey Sinnen wäre. Meine gewesene lustigeFreunde sagten, es wäre Schade, daß ich/als einin den vornehmsten Gesellschaften sehr geachteterund angesehener Mann, nun auf die Gesellschafteines armen und ungelehrten Volkes so viel hielte,-und daß ich meine müßige Zeit zum Lesen, Betenund Predigten hören anwendete u. s. w. Dieses

schien