898 Geschichte.
betreffen, und welche ich nun ferner erzählen muß,dienen, und sie können unter Gottes Segen denchristlichen Lcsir in den Stand sehen, um die geist-liche Unterweisung, welche zur Ehre Gottes, undzum Nutzen der Seele dessen, der dieses liefet, ge-reichen wird, zu empfangen. Amen.
Nach dem zuvor gemeldeten Traum, giengich eine Zeitlang in einer beständigen Feurigkeitdes Geistes fort. Das Beten war mein Leben,und das Denken meine Erquickung. Die geistli-chen Bücher waren meine beständige Speise, unddas Evangelium predigen zu hören war mir sicherals alle irdische Dinge. Aber nun fieng der Herrmich zü lehren an, so wohl Mangel zu leiden, alsUeberfluß zu haben. Denn ich befand nun, daßdas Lesen, Hören, Beten, li.d.g. bisweilen mitTrockenheit und Magerkeit vergesellschaftet war;Dinge, wovon ich zuvor keine Erkanntnis hatte;Denn bis hieher hatte ich in geistlichen Beschäfti-gungen noch keine Bekümmerniß gesunden.
Aber nun fieng der gnädige Gott mich vonden Entzückungen der Sinne abzugewehnen an,indem er mir meine Untüchtigkeit je mehr undmehr fühlen ließ, so daß ich manchmal weder inder ganzen Bibel, noch im Gebet, noch in deinHören der Predigten, kein Vergnügen findenkonnte: und dieß nicht allein, sondern ich erkannteauch je länger je mehr die Schändlichkeit und Ver-dorbenheit meiner Natur. Oeftcrs stund ichhierbei) ganz stille, und war mit großer Furcht
und