9io Geschichte
greifet die Weisheit der unwiedergebohrnen Weltdie unauSfprsch-iche Süßigkeiten, welche selcheSeelen in dem Genuß der Gnade und Liebe desje-nigen Gattes, der sich selber in ihren Herzen, alsdie Vollkommenheit aller Schönheit, als ihr un-vergängliches Erbtheil, welches bleibet und dauret-is in Ewigkeit, offenbaret, gewahr werden.
Doch, um wieder auf mein Vorhaben zu kKn-men, und in meiner Erzählung fortzugehen, mußich dem Leser berichten, daß ich, in dem zuletzt ge-meldeten Zeitpunct, beynahe neun Monate langbeständige 'Anspornungen in meinem Gemüthe em-pfand, um das Evangelium, welches mich so glück-selig machte, öffentlich zu predigen; und das zwaraus einer doppelten Ursache; eines Theils, weilmeine Seele unaufhörlich hungerte und dürstete,daß meine Nebenmenfchen desselben Glückes möch-ten theilhaftig werden; andern Theils, weil ich sehrdeutlich einsähe, daß in diesen Tagen beyde Lehrerund Layen, von der wahrhaftigen reinen Lehre desEvangelii, so wie dieselben von der EnglischenKirche in ihren Glaubensbekenntnissen und Re-den rt. und von allen Protestantischen Dissentien-ten in ihren Glaubensbekenntnissen und allgeniei-nen Catechismus festgestellet gewesen, sehr abge-wichen waren; und daß man, an statt dieser Lehr-stücke, einen andern neuen Entwurf der Gottes-gelahrheit aus allerhand Irrthümern und Kehe-reyen aufgerichtet hatte, welches darzu dienet, umdas wahrhaftige Evangelium zu verdrehen, dieSeelen in einer dicken egyptifchen Finsterniß zu
fesseln,