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Ueber die alten Glasgemälde der Schweiz : ein Versuch / von Wilhelm Lübke
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Vielleicht wäre dann bei der Wahl des Mühlengleichnisses obendreinder Name des Donators maßgebend gewesen. Andere Geistliche endlichsieht man beschäftigt, die Commumon an eine Anzahl Gläubigerbeiderlei Geschlechts auszutheilen.

Der Inhalt dieses Bildes, dessen realistische Ausführung der derbenHandgreiflichkeit des Gegenstandes entspricht, scheint ein Lieblingsthcmades späteren Mittelalters gewesen zu sein. Wenigstens kommt er inverschiedenen Gegenden wiederholt vor. Einmal in dem von Kuglcrbeschriebenen Holzschnitzwerke der Kirche zu Tribsecs in Pommerns ,ein andermal in einem Altargcmälde'der Cisterzienserkirche zu Doberan in Mecklenburgs), wo jedoch statt der Wassermühle eine Handmühledargestellt ist, an deren Welle alle zwölf Apostel eifrig drehen.

Sind diese Berner Fenster ein interessantes Beispiel, der com-Plicirtcn, nach malerischer Wirkung strebenden Darstellnngswcisc dieserZeit, die mit dem früheren architektonischen Charakter der Glasmalereiim Kampfe liegt, so fehlt es doch auch nicht an gemalten Fensterndieser Epoche, in welchen eine schlichtere Anordnung sich mit der größerennaturalistischen Kraft der Darstellung glücklich verbindet. Solcher Artsind die acht aus der Kirche von Maschwanden stammenden gemaltenFenster, welche sich jetzt in der Äadtbibliothek auf der Wasserkirche zuZürich befinden. Sie zeigen abwechselnd aus blauem, rothem odergrünem Damastgrund, umrahmt von einem spätgothischen gedrücktenRundbogen, der mehrmals in naturalistischer Nachahmung von Ast-werk durchgeführt ist, Einzelgestalten von Heiligen von ächt monu-mentalem Gepräge in würdevoller statuarischer Haltung. Die trefflichcharakterisirtcn Köpfe, der breite Styl der Gewänder mit ihren eckiggebrochenen Falten, die meisterlich durchgeführte Modcllirung verbundenmit glänzender Farbenpracht, geben diesen Werken, deren Ausführungins Ende des 15. Jahrhunderts füllt, einen nicht gewöhnlichen künst-lerischen Werth. Vorzüglich schön ist unter diesen Fenstern dasjenige,welches neben der Gestalt Christi die Schutzpatrone Zürich's , Felix,