Buch 
2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
5
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ich kann cs nicht leiden, wenn man das Alte um desNeuen willen schmähet, und das Unbekannte auf Ko-sicn des Bekannten lobt, zumal wenn das deutscheVaterland der Gegenstand des Tadels ist.

Noch ärger aber machte cs ihre Zofe, die du mirauspacktest, iu der Meinung, cs schickte sich nicht fürdeine Tochter, ohne weiblichen Begleit zn reisen. Binich denn nicht der Oheim, der ihr nichts geschehen las-sen wird! Und ist nicht der alte Tobias bey uns, eintreuer Kerl, der sie ja hätte begleiten können, wo sieBedenken getragen, allein zu gehen! Die Kammer-mädchen sind mir ohnehin zuwider; sind sie häßlich, sothun sie so altklug, wie die Sibyllen, und sind sieschön, so meinen sie, die glatte Haut decke alle Gebre-chen. Auch mag diese Meinung wirklich einige»Grund haben; denn wahrhaftig nur das hübsche Ge-sicht des Mädchens konnte mich oft abhalten, sie uichrauf den Bock hinauszujagen, und den ehrlichen To-bias hereinzunehmen, der um derHerc willen in Windund Wetter da draußen sitzen mußte! Beständig sprichtsie nur dem Fräulein zn gefallen, und schwatzt dannwie Weiber, die sich in die Politik ihrer Männer mi-schen, in ihrer Unwissenheit Sachen heraus, die ihrefeinere Herrschaft klüglich verschweigt. Kaum warenwir von Hause weg, so hieß cs: Wenn wir nur erstin Nürnberg wären! Warum denn immerfortNürnberg ? fragte ich zuletzt, hast du etwa einenFreund dort? Nein, war die Antwort, aber da