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Empfindet man denn die Berge? wirst du sagen.Ja freylich mein lieber Freund, heut zu Tage mußdas seyn! Wir haben Nürnberg empfunden, und dieDonau , den Kaiscrstrom; das Werk deutscher Art undKunst, das Münster zu Ulm haben wir mit Innig,keil genossen, und wäre die Empfindung meiner Füßeder Empfindung der Mädchcnhcrzcn nicht entgegen ge-wesen, so hätten wir den Thurm erstiegen und vonoben herab in der Fülle süddeutscher Natur geschwelgt;wir haben uns in den Fluthen des Bodcnsecs «spie-gelt, und gefühlt:
„Wie'S Fischleln istSo wohlig auf dem Grund."
Auf Flügeln der Phantasie schwebten wir wie jungeAdler um die schnccbcklcidctcn Spitzen der Berge imgoldenen Strahl der Abendsonne, und Suschcn glaubteschon von Lindau aus eine Gemse auf den fernen Al-pen zu erblicken,
Du siehst, was es jetzt auf Reisen für Genüssegiebt, wovon man zu unsrer Zeit kaum eine Ahndunghatte, und magst nun auch das Vorschrcitcn des Men-schengeschlechtes, wogegen du so manchen Zweifel hat-test, begreifen. Wie beschränkt war dagegen unsre Ju-gend! In Sonnenschein und Sturm, Hunger undDurst, haben wir das große Weltmeer befahren, imamerikanischen Krieg Ehre gesucht und Wunden davongetragen, uns in den Wäldern des Landes verirrt, mithcn Wilden die Friedenspfeife geraucht, und ihre Gci-