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die alles mit liebender Phantasie umfasset, wovor An,dre große Worte machen. Mir gefällt das finstereStädtchen mit seinen dreisten Bettlern bey ncitcmnicht so wohl, als die unzähligen durch das ganzeLand bis zn den höchsten Bergen hinan zerstreutenHäuser, deren jedes seine Wiese, seinen Qucl! undseine Unabhängigkeit hat.
Den 28. Juni.
Durch das Hcrumbicthcn des Pfarrers ist desFräuleins Blumcnclcgic hier allgemein bekannt wor-den, und zieht ihr jetzt viele Complimeute z», worüberihre Bescheidenheit crrdrhct, zugleich aber die sanfteElnth unterdrückter Freude ihre Augen belebt. Werwollte den Versen eines schönen Mädchens seine Be-wunderung versagen! — Nur ein ernster alter Pro-fessor aus Z. stimmte nicht so ganz in den unbeding-ten Beyfall ein, sondern nannte die Verse eleganteRcminiszcnzcn aus Matthisson und Salis, den Dich-tern, über deren zartduftcndc Blumen hinaus nur sel-ten eine weibliche Seele den Flug wage. Als Oheimdurfte ich nicht lachen, mochte aber auch nicht zürnen;denn der Mann gefiel mir, der erste frcysprcchcndcSchweizer, den ich gesehen. Ich will nicht wissen, obsein Urtheil begründet sey oder nicht; aber daß er keinBedenken trug, die Eitelkeit eines jungen Frauenzim-mers der Wahrheit aufzuopfern, kömmt mir heut zuTage, auch an einem alten Mann, auffallend vor;über das Ungewöhnliche aber staunt oder lacht man.