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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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kann, ob ich gleich fühle, daß das Herumziehen meinerGesundheit behagt, und jene Bequemlichkeit mir auchwieder zur Last fallen wird. Es ist eine zur Naturgewordene Unruhe iu mir, daß ich oft selbst nicht weiß,was ich will; am besten ist es, wenn ich gar nichtüber mich selbst nachdenke, und in den Tag hineinlebe. Wer das nur könnte! — Dem sey wie ihmwolle, ich gehe nicht weiter: ist es nicht schon ein Wi- ,derspruch in Worten: herumlaufen, um Ruhe zu su-chen! Sie ist nirgend, als wo Friede und Freyheit ist,ksx ssd trsvczuilla überlas, sagt Cicero. Aber wosind diese? Frieden und Freyheit waren schon in derJugend unsre großen Worte; die haben wir gesuchtzu Wasser und zu Lande, im Felde -und an Höfen, ingroßen Städten und in der Einsamkeit, und so dasStreben der männlichen Thätigkeit in Müh und Ar-beit, Freud und Leid vollbracht, und freylich auch Ge-nuß dabey gefunden; aber es war doch nicht der Friedeund nicht die Freyheit, und wenn diese köstlichen Güterirgendwo zu finden find, so ist es, wenigstens für un-sre Jahre, am heimathlichen Herde, wo man die kum-mcrlosen Tage der Jugend verlebte, deren lebhafte Ein-drücke mit so heiterer Anmuth sich dem Alter wiederdarstellen. Dieß Gefühl ist das wahre Heimweh, undliegt in unserer Natur. Wie das müde gejagte Thierwiederum zu seinem ersten Lager kehrt, so sucht auchjeder, der das rastlose Treiben der Welt kennt, zuletztwieder die Stätte ruhiger Träume, aus der er in die

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