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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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wählten ihren Stoff ans der Homerischen »nd Vorho-mcrischcn Hcldcnzcit, ihrem heiligen Mythus, an demganz Griechenland Theil nahm; ihr von anfrührischcnBauern! Ihre Dichter waren Acschylus und Sopho-kles ; wer sind die curigcn? Ihre Schauplätze wurdenbald zu öffentlichen Marmorgcbäudcn, die cnrigcn sindund bleiben Brettergerüste auf einer Zunft oder in ei-nem Schuppen, lind die Zuhörer? Dort waren esdie Häupter des Staats und das Volk im allgemeinenInteresse, hier eine Handvoll eleganter Stadtbewohner,ein Haufe abgeschmackter Dilettanten, und die zärtli-chen Acltcrn der spielenden Knaben, bey denen allenan keinen begeisternden Einfluß mehr zu denken ist.Ihr versprecht euch patriotische Wirkung auf die Kna-ben, wenigstens doch Bildung des Geschmacks; aberdann müßt ihr auch Vcrbildung erwarten, wenn diemeisten Stücke keinen Geschmack haben. Vaterlands-liebe aber, diese heilige Gesinnung, muß, wenn sie ge-lehrt werden kann, aus dem lebenden Beyspiel wacke-rer Bürger gelernt nnd aus den Büchern der Ge-schichte in ernster Betrachtung genährt werden, vonder modernen Bühne herab tritt sie gewiß nicht unterdas Volk; diese kann höchstens die Phantasie aufre-gen, der Einbildung vorübergehend eine Kraft vorspie-geln, die nicht im Charakter des flüchtig Aufgeregtenist, mithin auch im Drang der Wirklichkeit verschwände.Es gibt keine nachahmenden Helden. Wahre Größeund Tapferkeit kommt nicht durch die Einbildung in