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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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schcinltch geschah es, wie das meiste in der Welt, ausmehrern Gründen; denn wenn einmahl eine überwie-gende Neigung für Ja oder Nein vorhanden ist, wel-ches meistens instinktmäßig zugeht, so sucht der GeistLicht, und sieht sich nach Gründen um; er geht zurHöflichkeit, zur Selbsttäuschung und zur Ueberzeugung,und macht sich da eine begreifliche Nothwendigkeit zu-sammen, die sich hören lasse.

Der Grund der Clotilde ließ sich hören, denn dieSchweizerin will uns bald verlassen (wir wußten da-mahls noch nicht, daß wir sie begleiten sollten); siesind Ein Herz und Eine Seele, sie haben sich ewigeFreundschaft gelobt, und den hellen Stern der Leyerzum künftigen Zeugen in jeder schönen Sommernachtgenommen; der Mond ist ihnen nicht hoch genug, undhat seine Launen. Und nun sich trennen, ehe es Zeitist, den Becher der Freude ausschütten, ehe er leer ist!Das Grausame dieser Zumuthung fühlte ich wohl,und doch mußte ich an Clotilde ein Ehrenwort derEinladung fallen lassen. Kaum war es aber heraus,so trat die Schweizerin vor mich hin:

„Deß rühme der blutige Lirann sich nicht,

„Daß die Freundin der Freundin gebrochen die Pflicht!"

Was wollte ich machen? Ich stand ja da wieKönig Dionysius. „Ihr habt das Herz mir bezwun-gen", sagte auch ich, und bath mir ebenfalls aus, derDritte in ihrem Bunde zu seyn, welches sie jedoch nurmit einigem Achselzucken annahmen, wiewohl es ihnen