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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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mir, so Gott will, ersetzen wirst. Gewiß unsre Zeitwird und soll uns nicht unbenutzt verfließen!

Aber verflossen ist leider die Zeit dieses Briefs,und ich hätte dir noch so vieles zu sagen, und kannbeynahe nicht von dem Papier wegkommen, das, einLicbcsbothe zwischen mir und dir, in wenigen Tagenin deiner Gegenwart seyn wird; o könnte ich mit ihm,könnt' ich voran fliegen! — Möge ich bald alles, wasein liebendes Herz wünscht, von dir hören, und soauch von den Edlen, deinen Wohlthätern, in derenDienste gestanden zu haben, kein menschliches Wesencrröthcn darf.

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Die Braut war stolz auf diesen Brief; das Fräu-lein und ihre Freundin lobten und lasen ihn auch demObersten vor, und dieser sagte zu dem freudig crröthcn-den Suschcn: Sey getrost, mein Kind, dein Bräuti-gam gehört wahrlich unter die guten Menschen, ichweiß es nicht erst von heute!

Nachher aber, als sie weggegangen, konnte er sichder Bemerkung nicht enthalten, er wolle sich zwarSuschcn sehr gern als eine ehrbare Prcdigersfran den-ken, aber das künftige Honiglcben sollten sich Verlobtenie so idcalisch vormahlen, wie es der Prediger thue,weil es doch mit der Natur der Sache nicht bestehenkönne. Der heilige Ehestand habe freylich auch seinedichterische Stunden, aber diese werden schwerlich jevon der Phantasie vorbereitet, und lassen sich nicht