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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Bedienter ihn wieder begleiten könne, welches nach desWundarztes Versicherung nur einige Tage dauernsollte; ein Aufenthalt, der dem Professor auch nichtungelegen kam, denn er halte in Schaffhauscn einengelehrten Gastfreund, in dessen Hause er während die-ser Zeit wohl aufgehoben war.

Der Oberste pflegte indessen den Tobias mit ebender liebenden Fürsorge, wie er schon so oft von ihmwar gepflegt worden. Snscbcn aber flickte ihren Rock,und schrieb dann vcrstohlner Weise an ihren Gelieb-ten, denn der Oberste wollte nicht, daß etwas von demUnfall ruchbar würde, weil so was die Freunde nurbeunruhige, wenn man es auch noch so harmlos dar-stelle: schreiben wir nicht, sagte er, so denken sie wei-ter nichts, alS daß wir uns irgendwo säumen. Nachseiner männlichen Sinnesari war die Meinung gut;aber wer kann einer zärtlichen Braut zumuthen, ihrenharrenden Freund ohne Nachricht zu lassen?

Sie fand also Gelegenheit, ein Brieflci'n abgehenzu lassen, allein das war aus Acngstlichkeit vor demVerbote des gnädigen Herrn nur kurz, und abgebro-chenen Inhalts:Unweit der Stadt, schrieb sie, sindwir mit den Pferden durchgegangen, es ist aber au-ßcr Tobias niemand beschädigt worden; das hält unseinige Tage hier auf." Der übrige Inhalt desSchreibens war liebevolle Sehnsucht nach dem Wieder-sehen, wenn sie sich aber so ganz verlor, daß sie dar-über die Ort- und Zeitangabe vergaß.