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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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genwärtigen Aufenthalt wußte, sie auch nicht in solcherGesellschaft vermuthen konnte, hielt er es für eineTäuschung der Achnlichkeit, und »in des Eindrucksund der ihn begleitenden Erinnerungen aus den glück-lichen Jahren der Kindheit, die ihn jetzt nur störten,los zu werden, verließ er das Schauspiel, wo er ohne-hin nicht viel Ergctzung gefunden hatte.

Jetzt wollte er des andern Morgens nur noch ei-nen Brief an den Gelehrten abgeben, in dessen Hausesich der Professor aufhielt, und dann weiter ziehen.Dort vernahm er aber zufällig die Anwesenheit desObersten von N . . . land, seines Gönners, seineszweiten Vaters. > Welche Ucbcrraschung! Es waralso doch Suschcn gewesen; und wo diese ist, da istauch die herrliche Clotildc, sprach er bey sich selbst.Wie hätte er weiter an die Abreise denken können!

Der alte Professor begleitete ihn zu der Wohnungdes Obersten; und wie sie sich dem Hause näherten, er-blickte ihn Suschcn vom Fenster aus. Sey es, daß dasgestrige Anschauen schon manche dunkle Erinnerungengeweckt, die nur auf einen neuen Anlaß warteten, ineine helle Erkenntniß zusammen zu fließen; oder wares etwas in seinem Gange, das ihr plötzlich Licht gab,oder sonst eine der vielen Uncrklärlichkeiten in dermenschlichen Natur; kurz sie erkannte ihn jetzt auf derStelle, schrie und lief ihm entgegen.

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