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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Brief deS Obersten an den Major von *

Schaffhausen , 3. August.

Die alte Wahrheit, daß keine Widerwärtigkeit ohneTrost sey, hat sich aufs neue an uns bestätigt. Wä-ren die Pferde nicht durchgegangen, so wäre PastorsGustav nicht bey uns.

Die Pferde durchgegangen! wird meine Schwe-ster aufgeschreckt rufen: Gütiger Himmel! >vem ist einUnglück widerfahren?

Gustav bey ihnen, das freut mich; wie weiter?wirst du mit deiner ruhigen Fassung sagen. — Unddem Pastor, der weiter an nichts mehr denkt, wennvon seinem Einzigen die Rede ist, wird eine Thräneder Zärtlichkeit in den Augen glänzen, die stillschwei-gend spricht: Gott sey gelobt, daß alles so ergangen,und ich weiß wo Gustav ist!

Beruhige meine Schwester, wenn du ihr etwasvon dem Mißgeschicke sagen willst, sonst bekomme icheinen klagenden Brief, den ich nicht haben mag. Ichweiß wohl, daß ich damit nicht hätte ansangen sollen;ich habe sogar Suschcn untersagt, etwas davon zuschreiben, man erlaubt sich aber oft, was man andernverbietet, und so ists nun einmahl geschehen, und ei-nen angefangenen Brief zu ändern, ist eine leidigeArbeit. — Uebrigcns ist der Vorfall unbedeutend; To-bias allein hat sich etwas beschädigt, so daß ich einzig