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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Das Gespräch nahm nun, wie mir lieb war, eineandre Wendung, denn der Professor fand über seinegeringe Meinung von dem Deutschen einen Gegner,so sehr er vorhin mit ihm Eins gewesen, an Gustav,welcher auf der hohen Schule für das erwachendeSelbstgefühl seiner Muttersprache mit Begeisterung er-füllt worden, und jetzt mit dem Feuer eines Jüng-lings ihre Vorzüge über alle neuern Sprachen ganzartig behauptete.

Ueber alle? wirst du fragen. Das fragte auch,sein graues Haupt schüttelnd, der Professor, der dieItaliäncr liebt, die Engländer verehrt, und die Franzo-sen gar nicht verachtet; und sprach dagegen von Weit-schweifigkeit, Ungclcnksamkcit, Dumpfheit. Allein Gu-stav bewies ihm mit Sprüchen und Distichen vonKlopstock , die ich nicht recht verstand, daß dieses nureingebildete Mängcl seyen.

Gegen das Ansehen jenes großen Mannes mochteder Professor nicht kämpfen, und Gustav war nachArt der Jugend allzusehr für seine ncucrlcrnte Mei-nung eingenommen; und so kam wenig dabey heraus,wie bey den meisten Streitgesprächen, besonders aberbey dem Streit über Nationalvorzüge, wo immer wie-der neue Gewaltige ins Feld treten, die über den Lei-bern der Erschlagenen siegreich kämpfen.

Du wirst dich wundern, mich so über Gegenständesprechen zu hören, wovon sonst unter uns wenig dieRede war. Auf Reisen lernt man, wie du stehst, auch

wenn