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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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bin. Der Doctor wird das den Molken, du der Luft-veränderung, der Pastor den neuen Licbhabcreycn, undmeine Schwester der Befriedigung meiner unbegreifli-chen Vorliebe für ein freyes Leben zuschreiben. Ihrmögt alle Recht haben; genug wenn ich auf demWege der Wiedergeburt bin! Ach was ist der Mensch!Er fängt groß an, und hört klein auf, und ist meist indieser sclbstgefühltcn Kleinheit erst was er seyn soll.

Ich freue mich jetzt auf den Herbst im Rhcin-thale, denn so lange bleibe ich noch in der Schweiz ;die herbstlichen Tage werden oft unter die schönstenhier zu Lande gezählt. Zu leichtern« und unabhängi,gcm Fortkommen bey meinen Strcifcrcicn habe ichmir hier ein Reitpferd gekauft, das gut aussieht undsicher geht, aber auch die Landesart hat, daß es sichZeit läßt, wie ein Gcrichtsvcrwaltcr; das soll michtragen, wohin kein Wagen geht, und die Kraft meinerFüße nicht hinreicht. Und wenn ich wieder zu Hausebin, soll es unser Pastor haben, der einst behauptete,des Menschen Glückseligkeit bestehe in seiner Phanta,sie; da darf er sich nur auf den Schwcizergaul setzen,und die Augen zumachen, um sich seyn zu lassen, erreite glückselig in dem Lande herum, das er sich soidcalisch träumt. Grüß ihn!

So sehr mir indessen das Herumstreifen als Arze-ney behagt, so kann ich doch die Hcimath, und wasihr anhängt, nicht vergessen; wie könnt' ich das! Nochimmer bin ich der Ueberzeugung, daß es keine unscli,