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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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die innre Schweiz genommen, konnten sie nichts vondem Umwege des Obersten wissen.

Um nichts zn versäumen, die Verlornen Freundezu finde», wurde von den Frauen noch ein Abgeord-neter auf Entdeckung ausgesandt, ob vielleicht in Kon«stanz, wo sich der Oberste unlängst so wohl gefallen,eine Spur von ihm anzutreffen wäre. Dazu mußtesich der nahe Verwandte der Schweizerin bequemen,der die beyden Freundinnen hicher gebracht hatte, undvon einer leidenschaftlichen Neigung zu Clotildc be-fangen war; weswegen auch der Mann von jenerunter dem Vorwande von Geschäften in Bern zurück-geblieben, und ihm das Geleit der Reisenden überlas-sen hatte.

Von Simmenthal, so hieß dieser junge Mann,entschlossen von Natur und sorgenlos aus Grundsä-tzen, machtc^sich zwar wenig Kummer über das Aus«bleiben der Erwarteten, und suchte auch die Besorgtenzn beruhigen; allein der Prediger hielt es nächst seinerLiebe auch für Pflicht, in diesem Fall ängstlich zu seyn,und den Frauenzimmern schien die Unruhe eines ed-len Bemühens ebenfalls verdienstlich. SimmcnthalsTrostgründe fanden also wenig Eingang, zumahl er sieunbefangen, ohne in die leidende Stimmung der An-dern einzutreten, vortrug; er mußte gehorchen, undzeigte wirklich einige Eilfertigkeit zur Abreise, so langeer unter den Augen der beunruhigten Clotilde war.Nachher ritt er ganz gemächlich fort, wie einer, der