Buch 
2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
Entstehung
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Du, nach Grünenstcin? rief Simmcnthal: Laßdich nicht gelüsten; dort ist die Burg, wo ich einenSchatz hüthe! Er übergab sogleich sein Pferd demStallknecht, und wollte mit Gustav hinauf gehen, nm! nähern Aufschluß zu haben. Als sie aber in das Haustreten wollten, kam der Oberste angefahren, und nunklärte sich bald alles von selbst auf.

Bey Tische ging es sehr munter zu. Der Oberstemachte sich nicht viel aus der Angst und Unruhe, dieim Rhcinthal über sein Ausbleiben statt gehabt, undlachte zu Simmcnthals kläglicher Beschreibung, wor-über hingegen Suschcn gerne geweint hätte.

Als man nach dem Essen zum Hafen hinabging,blieb Simmcnthal allein zurück, um in einem Buchezu lesen, das Gustav auf dem Fcnstergcsims abgelegthatte; frey und ungezwungen wie er war, sagte er,er habe das Gewässer schon öfters, dieß Buch abernoch nie gesehen. Suschcn schloß sich vertraulich anGustavs Arm, zögerte im Gehen, und hatte ihm vie-les in Geheim zu sagen, wobey bald ein Lächeln derFreude, bald eine Wolke des Kummers über sein ju-gendliches Angesicht hinflog.

Sie standen aber nicht lange am Ufer des Sees,so kam keuchende Bothschaft aus dem Gasthofc: derHerr, welcher zurückgeblieben, habe Händel mit zweyandern Fremden. Schnell eilte Gustav dahin, ihm.nach, etwas langsamer, der Professor; und der Oberste