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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Wald und Gefilde, die Landlcutc waren ihnen freund-lich, und ihre Kinder spielten mit ihnen. Dieß Lebenkonnte der Baronesse nicht gefallen, fle machte demObersten oftmahls Vorstellungen darüber, der dannfreylich das Ungezogne desselben, wie es die Schwesternannte, auch fühlte, und diesen freyen Wandel be-schränkte, so gut er konnte, und so lange sie da war;jedoch nach ihrer Abreise mochte er gewöhnlich dasHerzeleid der Kinder über die Hemmung ihres Um-gangs nicht lange ertragen, und ließ ihnen bald wie-der die süße Freyheit.

Kurze Trennung stärkt die Liebe, und so dientesie auch in solchen Fällen, die arglosen Herzen nachhernur desto näher zu vereinigen. Auf diese Weise aberkonnte sich kein Fräulein nach der Baronesse Geschmackbilden: wenn das Mädchen fortfahre, meinte sie, indiesem Naturzustände, dessen Vorurtheilc so schwerauszutilgen seyen, aufzuwachsen, welche Mühe würdeman einst haben, sie für den Hof zu bilden l Das wardie Sorge der Mutter, womit sie den Obersten plagte,so oft sie zu ihm kam; und da dieser immer versprachund nie half, und das freye Leben der Kinder bestän-dig fortdauerte, sie auch, nach Ucbcrcinkunft, das Mäd,chcn bis aus ein gewisses Alter bey dem Bruder aufdem Lande lassen mußte, wandte sie sich an den VaterGustavs, um ihm die Ungcbundenhcit seines Knaben,und ihr Mißfallen an der Art, wie dieser Clotildc be-handle, auf eine ernstliche Weise begreiflich zu machen.

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