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gab, beywohnen, und so gesellschaftlich mitnehmen,was ihr allein zur Qual gewesen wäre; und derOheim, ein Freund der Römcrsprache, hatte seineFreude daran: Laß es immerhin seltsam scheinen, daßein Mädchen Latein verstehe, sagte er zur Schwester;wenn sie es nicht zur Schau trägt, so wird sie nie be-reuen, es gelernt zu haben.
Unterdessen wuchsen die Kinder heran, und wiedie kindische Einfalt schwand, änderte sich auch unver-merkt manches in ihrem Betragen. Die Unschuldblieb, aber sie wurden sich selbst in manchen Dingengegenseitig unbequemer; die natürlichen Neigungenfingen an verschiedene Richtung zu nehmen; die Auf-merksamkeit für Schicklichkcitcn ward größer, und dieAnncigung der Gemüther weniger sichtbar, aber destoinniger; es war auffallend, und Clotildc fühlte es selbst,daß sie noch andern Umganges bedürfe. Der Oheimsah das auch ein, und da eben einer seiner chmaligcnUnteroffiziere, der in der Nähe eine Zollbcdicnung ver-sehen, gestorben war, und ein Mädchen ungefähr v-mClotildcs Alter hinterlassen hatte, das er sorgend aufdem Todbctte noch seinem edelgesinnten Obersten em-pfohlen, so nahm er jetzt das vcrwaisete Mädchen,welches Suschcn war, zu sich, damit es mit seinerNichte, jedoch derselben untergeordnet, aufwüchse undlernte, und zugleich eine Mittelsperson zwischen Gustavund Clotilde, gleichsam einen Ablcitcr ihrer gegcnsciti-