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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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gen Anziehung abgäbe. Sie wurde daher auch glttgekleidet, und beynahe Clotildcn gleich gehalten.

Suschcn zeigte sich als ein ehrliches Kind, wardurchaus anhänglich an das milde Fräulein, und dar,um auch ihrem Gustav treu ergeben; da aber jeneschon einen großen Vorsprnng im Unterricht halte,konnte Suschen sie nicht mehr einhohlcn, und lerntedaher eben nicht viel, obgleich die Hausfreunde desObersten, der Major und der Pastor, sich einige Mühemit ihr gaben; denn wovon ihnen die Nothwendigkeitnicht klar ist, das lernen Mädchen nicht gern allein.In weiblichen Arbeiten hingegen wetteiferte sie mitdein Fräulein, weil diese zu etwas, woraus sich Gu-stav nichts machte, auch noch keinen rechten Hanghatte,

Obgleich sich die Gesellschaft der Kinder (so hie-ßen sie bey dem Oheim noch immer) um eine Personvermehrt hatte, denn Suschcn fand sich beynahe al-lenthalben wo Clotilde war, so wurde sie denselbendoch nicht zur Last, weil sie nie absichtlich die Einsam-keit gesucht hatten, und auch jetzt nicht daran dachten;der Zauber der Liebe lag zwar im Innersten ihrerEmpfindungen, aber noch nicht in ihrer Erkenntniß.Gut wie Suschcn war, und dem Fräulein so ganzergeben, daß sie alles für recht hielt, was sie that, undsich deßwegen auch Gustavs Wünschen wie Befehlenunterwarf, hätte man noch zchcn solcher Mädchen an-stellen können, sie würden den Liebenden nicht vor den