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leins nur selten nahen; über dem war er mit seinenStudien beschäftigt, und Clotilde mit ihren ^Lehrstun-den und Zerstreuungen. Begegneten sie sich zuweilenauf Spaziergängcn, so war dessen Folge bey ihm einGefühl der Wchmuth, wie die Nachcmpsindung einesglücklichen Traumes, weil er alsdann ihr unbefange-nes Benehmen für Gleichgültigkeit ansah, noch zuwenig bekannt mit der klugen Umsichtigkcit bescheidenerweiblicher Wesen; er war niedergeschlagen für dcnsel,ben Abend, und freute sich doch der kommenden Gele-genheit wieder. Sie aber dachte, wenn sie nach Hausekam, noch lange des blühenden Jünglings, und derscelcnvollen Blicke, womit er sie begleitet hatte. — Eswar indeß kein Liebcsvcrständniß unter ihnen, keineerklärte Leidenschaft; beyde trieben ruhig und munterihr Tagewerk, und schliefen ein ohne zärtliche Seufzer.Gustav gewann an Wissenschaft, und Clotilde an weib-licher Bildung, und zur Freude ihrer Mutter an dem,was man guten Ton nennt.
Unverdorbene Gemüther behalten auch unter neuenUmgebungen die Eindrücke des Herzens reiner und fe-ster, als der im Genuß erschöpfte Weltling glaubt;auch wenn jene Eindrücke zu schlummern scheinen, sogibt es irgend einen glücklichen Zufall, dergleichen dieLiebe in ihrem Gefolge so viele hat, sie wieder zur rech-ten Zeit zu wecken. So trug es sich meistens zu, daß,wenn Gustav über seine Ferien bey dem Vater war,auch Clotilde, die nichts davon zu wissen schien, ihren