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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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ungern scheiden, weil er allen lieb war; sein Herz ließer bey Clotilde, den Kopf hätte er gerne mitgenommen,wenn sich diese Bestandtheile des Menschen so leichttrennen als benennen ließen.

Auf der Universität war Gustav fleißig, und bliebgesittet, daher lebte auch die erste Liebe lauter und reinin ihm fort. Eine Freundin von Suschcn hatte einenBruder auf eben derselben Schule; dieses Mittel be-nutzte das Mädchen, dem'Freunde ihres Fräuleins un,tcr einem unbedeutenden Korwande, womit die Klug-heit immer den Anfang macht, zu schreiben. Die Ant-wort blieb nicht aus; und auf diesem Wege erhieltGustav von Zeit zu Zeit Nachricht von dem, was ihmzu wissen theuer war, und theilte hinwiederum vonseinem Leben das Erfreuliche mit. Jedoch von demFräulein selbst konnte er nie eine förmliche Zuschrifterhalten, so sehr er darnach strebte; so schwer sie dieZurückhaltung ankam, sie that es nicht. Nicht nurblieb sie fest auf dem Pfade reiner Gesinnung, son-dern sie fing auch an von der Hohe herab, wohin dieLiebe sie gestellt hatte, klarer in die Tiefen des Le-bens zu schauen, und zu fühlen, daß sie das Ec-wand der Schicklichkeit,,welches die Welt auch um,die menschlichsten Handlungen zu werfen gebietet, umkeinen Preis von sich legen dürfe. Alles was sie that,war, Suschcns Briefen zuweilen den beziehendenVers eines Dichters, oder eine, bloß mit der Seiten-zahl bezeichnete Hinwcisulig auf ein Buch beyzufügen;

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