währte, unk für sie bis zur Hochzeit bestimmt seynsollte.
Da auch noch die Chanoinesse nebst dem deutschen Arzt, und wahrscheinlich der Hauptmann von Appcn«zcll mit seinem Töchtcrchcn erwartet wurde, so mußteder Platz zu Rathe gehalten werden, und man wolltedeßwegen für> Gustav ein Bett in dem geräumigenZimmer, das Simmcnthal innc hatte, aufschlagen;allein crj bedankte sich dessen, und bestand zu einigemBefremden darauf, bey dem Prediger zu wohnen, derseine alle Wohnung auch willig mit ihm theilte.
Jedermann suchte sich nun Zeit und Raum sobequem als möglich zu machen, und nichts hörte derOberste lieber, als wenn man sich vornahm, diesenkurzen Aufenthalt in dem lieblichen Nhcinthale infröhlicher Eintracht, wie ein tägliches Fest zuzubringen.— Wo ist, sagte er gleich morgenden Tages beymFrühmahlc aus der Zinne des Schlosses: wo ist dasGluck des Lebens? Wer es mit Mühe sucht, der fin-det es nicht, man muß es als schon gefunden anneh-men; was kann uns hindern, meine Lieben, dieß zuthun, so lange wir noch hier sind, die Gelegenheit zuergreifen, und in thcilnchmcndcr Freundschaft uns sor-genlosem Lebensgenüsse hinzugeben, nach dem Maaßeder Weisheit, die in uns ist? Laßt uns wenigstens denVersuch machen!
Den jungen Leuten war der Versuch recht; diebeyden Freundinnen küßten sich, und rückten gemüth-