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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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rief er im ersten Unmuth; und hielt dann Rath mitden Freunden, was zu thun wäre?

Warten bis er wieder kömmt: sagte der alte Pro-fessor. — Das dünkte die Schweizerin hart; sie fingan zu weinen.

Der Prediger hingegen, mit dem Simmenthalkürzlich über den willkührlichen Ausgang aus dem Le-ben gestritten hatte, sahe die Sache bedenklicher an,und gab, durch Gcberdcn mehr noch als durch Worte,zu verstehen, daß man für die Folgen allzufreyerGrundsätze nie Gewähr leisten könne. — Das dünktedie Schweizerin erschrecklich: sie fing an zu jammern.Der Oberste tröstete sie, und verwies dem Predigerseine Aengstlichkcit, indem man sich ja Gründe genugfür das Leben, aber keine für den Tod bey Simmen-thal denken könne!

Gustav war bemüht den Eindruck zu beobachten,den dieß Ereigniß auf Clotilde mache; sie sagte abergar nichs, nur ihre Miene drückte Bcsorgniß aus.Diese zu heben, und weil er Simmcnthals eigne Weiseschon kannte, äußerte er sich, sein plötzliches Vcrschwin,den möge wohl nur die Folge einer Grille seyn, dieihm in dem Kopf gestiegen, wahrscheinlich werde erbald wieder kommen, oder schreiben; wenn es indeßdie Gesellschaft beruhigen könne, so sey er bereit, aufErkundigung auszugehen. Dieß Anerbieten wurdemit Dank angenommen; in Folge dessen ließ derOberste sein Pferd satteln, und nachdem man in Er-

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