Buch 
2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
215
JPEG-Download
 

215

Leben anzudeuten wußte. Als sie ober seine schwacheSeite berührte, und von seiner Gesundheit sprach, ge<ricth er in sichtbare Verlegenheit; noch mehr als siehohe Berge zu erblicken vorgab, wo er hinüber müsse— da wollte er nichts weiter hören, und hieß sie dasMaul halten, indem er nur die Vergangenheit undnicht die Zukunft zu wissen verlangt habe.

Sind Bräute hier . . . eins . . . zwey . . .tönte sse jetzt langsam, wie mit einer Geisterstimme;und that erst, als wenn sse sich Clotildcn nähern wollte,wandte ssch aber stracks zu Snschcn. Allen; Suschcnward bange vor dem Spuk, wahrscheinlich weil sie fand,eine Braut müsse sich die Zukunft nicht trüben lassen,und in der Vergangenheit gebe es doch auch mancher-ley, das nicht jedem zu wissen nöthig sey; zudem hieltes ihr Bräutigam für die Verlobte eines Predigersunanständig, sich wahrsagen zu lassen, und verbathsich's ernstlich.

Nun denn Alte, rief Gustav um der etwas ernstgewordenen Stimmung wieder Munterkeit zu geben:so magst du mir sagen, was sonst niemand wissenwill! Er wies ihr seine Hand.

Gutes ist dir in die Hand geschrieben, mein Kind,des Bösen wenig, sprach sie. — Deß lachte Gustav:das ist zu allgemein, Weib, das kann jeder sagen!