Buch 
2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
242
JPEG-Download
 

242

führt trat ein junger Bauersmann ins Zimmer; eswar der Mann aus der idyllischen Hütte, der mit all-gemeinem Wohlwollen empfangen wurde. Belehrt vonseinem Führer wollte er sogleich anfangen, den Men-schenfreunden jenes Morgens .... Er stockte aber,denn wie er die beyden Frauen ansichtig wurde, dieihm dort wie heilige Engel erschienen waren, übernahmihn die Empfindung, er mußte erst eine Zähre desDankes wegwischen; bald jedoch kam er wieder zurcckt,und bath dann in wohlgeordnetem Vortrage die ganzeanwesende Gesellschaft zu Gevatter.

Die Bitte wurde mit Vergnügen angenommen.— Wer sollten nun aber die Stellvertreter bey dieserfcyerlichcn Handlung seyn? Die Meisten wären esnicht ungern gewesen, und es kamen deßhalb mancher-ley Vorschläge und Höflichkeiten auf die Bahn. DieFrau Amtsräthin wagte es, den gnädigen Herrn dar-um anzusprechen als das Haupt der Gesellschaft, undin jchrcm Blicke lag eine bescheidene Erwartung desGegenseitigen; dieser aber lehnte es ab als einer, dernicht bey dem Abenteuer gewesen. Der Professorschlug bcdächtlich Gustav und Clotilde vor. — Sorecht! rief augenblicklich die Chanoincsse, und klatschtein die Hände: Wer könnte es auch schicklicher seyn,als die beyden Liebenden? sie gehören in mehr als Ei-ner Beziehung für den Altar!

Alles verstummte. — Der Oberste sah sie mit gro-ßen Augen an, und verließ das Zimmer; die Schwel-