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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Den Schritt z« wagen mit kühnem Sinn;

Warum wolltest du thatenlos, ohne Ruhme,

Wie ein Schmetterling vor einer Blume,

Wäre sie auch als die schönste verehrt,

Berschweben deines Daseyns Werth?

Die ihr dort die schneebedeckten GipfelHoch über die Hügel und ihrer Bäume WipfelErhebt, ihr Berge — auch jetzt vielleichtEin Blick von Ihr nach euren Sonnenspitzen reichtBon euch zu scheiden ist beschlossen!

Herrlicher See, von dir! Es umslossenHeute mich deine Fluthen zum letzten Mahl,

Mit meinen Freuden, mit meiner Qual.

Ihr Höhen, ihr Thäler, ihr Schottengefilde,

Meine Seele hängt an eurem Bilde;

Doch reiß' ich mich loS! In fremdem LandWill ich suchen, wa» ich hier nicht fand —

Nicht die Gunst der Frauen,

Wie könnt' ich wieder solche Anmuth schauen! —Suchen will ich ein verirrte« Schaf,

Wecken will ich aus dem SchlafMein eigne« Selbst zu neuem Leben,

Ihm den wahren Führer wieder geben,

Der eS leite zu dem reinen Quell,

Wo die Weisheit fließet still und hell;

Der eS nähre mit der WissenschaftUnd der Künste cwigjunger Kraft;

Der des Lebens Fr^d' und EhreMich in edeln Thaten suchen lehre.

Aber wo ist der Führer, wo das Land? —Wo ernster Wille herrscht, sind beyde bekannt.

Wie des Trübsinns düstre Nebel schwinden,