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ganze Land; die rings umherliegenden Landhäuser fül-len sich mit Gästen, und uns werden täglich Geschenkeder auserlesensten Trauben gebracht; wir empfangenund geben Besuche nah und fern, und so reich ist dieLage des Rhcinthalcs an überraschender Abwechslung,daß unsre Liebhaber der schönen Natur auf jedem Land-sitz einen besondern Reiz der Aussicht zu finden wissen.Dazu kömmt noch der anhaltend heitere Himmel, derüberhaupt in der Schweiz , und dieß Mahl besonders,den Herbst zur schönsten Jahrszcil macht; denn derFrühling ist gewöhnlich zu kurz, und der Sommer un-beständig.
Meine jugendliche Lust an diesem allem wird dichnicht, würde aber manchen unsrer heimathlichen Be-kannten befremden.
„Gottlob ich seh' es klar,
„Ich bin nicht wie ich war;
„Wenn auch, ich fühl' es wohl,
„Noch nicht so wie ich soll!" — hörten wir eh-mahls die mährischen Bruder singen, und lächeltendarüber; jetzt würde ich von Herzen in den Gesangeinstimmen. Der Mensch soll nie an sich selbst verza-gen; das Geistige in ihm bleibt doch, wenn er nurrecht will, mächtiger als die Körperlichkeit, und ausjedem Drucke sproßt eine Blüthe der Freude, die dem,der sie zu warten versteht, bald zur erquicklichen Fruchtwird. Kein Alter macht für die Schönheit der Naturunempfindlich, nur der Griesgram thut es, und wenn
Heguer'S Werke II. Bd. 20