Buch 
2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
309
JPEG-Download
 

309

.irtling der Kraft in wilden Eigensinn; übrigens ist ergebildeter nnd weiß mehr, als ich erwartet hatte.

Die Stunden flogen geschwinder dahin, als unserVergnügen; es war Zeit, daß wir uns von dem Göt-tersitze wieder auf die Erde herabließen; das ging nunaber meinerseits erbärmlich menschlich zu. Genugwir kamen hinunter, und sehr ermüdet nach Appcnzcll,wo wir sogleich nach dem Hauptmann schickten, deraber schon Tags vorher nach Erüncnstcin abgegan-gen war.

Der Engländer zeigte mir aus dem Fenster desWirthshauses die Windfahne, nach welcher Simmen-that bey der Herausforderung geschossen hatte; für-wahr ein fertiger Schütze, denn das Fähnchen warmitten durchbohrt. Ich fragte, was dieser Schußfür einen Eindruck aus ihn gemacht? Ich gab meinLeben verloren, antwortete er: aber ich wollte liebersterben, als verzagt scheinen; doch hörte ich es gerne,als mein Gegner sich nicht schießen wollte; mit demSchwerte , dachte ich, wird es sich schon geben; indes-sen hatte mir das Männchen Achtung eingeflößt, ichwäre bereitwillig gewesen,'mit ihm Frieden zu schlie-ßen, wenn es die Ehre gestattet hätte. Aber geschla-gen mußte nun einmahl seyn; er schien es selbst zu su-chen; ich weiß nun warum, und lobe ihn dafür.

Wir blieben diesen Abend in Appenzcll, und dader Engländer ausgegangen war, die öffentlichen Ge-bäude zu sehen, woraus man, wie er meint, in Frey-

4