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schrieben, und dabei) einen Strom von Thränen ver-gossen. Das arme Kind fühlt peinlich seine Lage zwi-schen dem offenen Hingeben an das Muttcrhcrz unddem unwiderstehlichen Zuge zum Geliebten; sie klagtsich selbst des Unrechts an, und vermag es doch nichtmehr zu andern; sie weint nicht über sich selbst, abermit Grund über den bevorstehenden Schmerz ibrerMutter; ich möchte wahrlich oft mitwcincn. — Wargleich die jugendliche Irrung natürlich und ohne Leicht-sinn, so will sie dennoch ihre Büßung haben; das istdie moralische Ordnung der Welt. Dem Buchstabennach hat Clotildc gefehlt, spricht der Professor: imGeiste ist sie unschuldig, das wird kein böses Ende neh-men. — Wer dürfte den ersten Stein auf sie werfen?sagt frcymüthig die Chanoincsse; und die übrigen mö-gen es denken.
In vierzehn Tagen sind wir auf der Rückreise, undwenn der Spätsommer noch so anhält, werden wirlangsam durch Deutschland ziehen. Ueber einige häus-liche Angelegenheiten und Einrichtungen, die ich anzu-treffen wünschte, werde ich dir noch besonders schrei-ben, der Brief ist ohncdicß schon zu lang; nimm ihnals eine Einleitung zu den künftigen Gesprächen überunser Schwcizcrlcbcn, wovon ihr den Winter hindurchnoch genug werdet hören müssen. O daß ich Euch denechten Schwcizcrmann, den Professor, diese Seele ohneFalsch mitnehmen könnte; welch ein köstlicher Gciwinnfür unsre Winterabende! allein er ist nicht mehr aus