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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Todesfall lag ohne dieß schwer auf ihm; er hatte seineSchwester brüderlich geliebt, und nicht geglaubt, daßer sie nie wieder sehen würde. Auch machte ihn dieUngewißheit, was er nun anfangen sollte, unruhig,und er ging darüber mit den Freunden zu Rathe.Meine Rückkehr, sagte er, thäte in mancher Hinsichtwohl, und hätte ich nicht den Major, der für häusli-che Angelegenheiten besser zu sorgen versteht, als ich,sd müßte ich gehen; komme ich aber mit Clotildc nachHause zurück, so müssen wir dem Gerüchte Rede ste-hen, das ist mir unmöglich; und hier bleiben, daskann ich auch nicht.

Möchte es Ihnen bey Uns gefallen, lieber Oheim!wünschte die Schweizerin. Gehen Sie nach Ita­ lien , rief die Chanoincsse. Lassen Sie sich Zeit,sagte der Professor.

Er ließ sich Zeit. Unterdessen ging nicht nurdie Weinlese für die Trauernden geräuschlos vorüber,sondern auch Suschcns Hochzeit, worauf so glänzendeErwartungen erregt worden, wurde zwar im Schlosse,doch ohne Gepränge und ohne die vielen auswärtigenGäste, aber mit desto wärmerer Theilnahme gefcyert.Der Oberste hatte eine herzliche Freude, der Brautam Hochzeitmahle ganz unerwartet die Zusichening aufein ansehnliches Vcrmächtniß von seiner Schwester,die sterbend noch der treuen Begleiterin ihrer Clotildcgedacht hatte, zu übergeben. Er selbst beschenkte siereichlich, und als sie und der Bräutigam aufstanden