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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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wohnte; das dauerte bis an den Abend, und selbst inder Nacht vernahm man noch ein fernes Jauchzenaus dem Dorfe.

Alles dieses, und andres mehr noch, machte denTag festlich; der Beschluß aber setzte demselben dieKrone auf. Denn als man bey angehender Nachtwieder beysammen saß, erschien der Oberste mit Gu-,-,stav und Clotilde am Arme, den Hochzcitgästcn, wieer sagte, noch ein ncuvcrlobtes Paar zuzuführen, undals seine lieben Kinder ihrer Freundschaft aufs Neuezu empfehlen.

War je eine Theilnahme aufrichtig, eine Freudeeinstimmig, so war es jetzt. Ein lautes Frohlockenverbreitete sich durch den Saal und das ganze Haus,so daß auch der treue Tobias an der Spitze der Die-nerschaft kam, und alle mit unverstellter Ergebenheitverlangten, der jungen Herrschaft glückwünschend dieHände zu küssen.

Die Ncuvcrchlichtcn hatten dem nunmehr in siche-rer Liebe hochbeglückten Paare sogleich den Ehrenplatzeingeräumt. Es war ein erneuertes Fest; man warund pries sich glücklich im Wicdcrhohlcn der Vergan-genheit, im Zusammenfassen der Gegenwart. Und alsman auf die Gesundheit des Obersten und der lieben-den Beyden trank, erwiederte es jener mit dem Wun-sche für die, welche, was sie noch nicht seyen, nochwerden können. Wer damit gemeint war, verstand es,schlug einen Moment den Blick nieder und schwieg er-