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kann man oft befeuchten und wieder trocknen. Die weichen Infusorien werden unter Wasser einmal wie-der sehr frisch, sind aber dann meist verdorben. Die natürliche Form und Grösse ist zuweilen zwar schwerzu erhalten, oft aber durchaus treu und gleich. Die Farbe erhält sich bei mir schon viele Jahre lang, nur dasPigment der Augen vergeht bald. Man thut wohl, die aufzubewahrenden Formen vorher mit Farbe zu füt-tern. Muskelpräparate u. s. w. sind besser ohne diess. Den Act des Gebärens, den Act des Auskriechensdes Jungen aus dem Ei, die verschiedenen Zahnformen, die Muskeln, die Sexualdrüsen, die Wirbelorgane,die gefärbten Magen, die Eier, kurz alle diese scheinbar, zuweilen wirklich nur momentanen, Einzelheitendes mikroskopischen Lebens habe ich in einer über 1000 Nummern enthaltenden Sammlung vor mir, undich halte es für eine sehr nützliche Aufgabe der Beobachter und Lehrer, sich mit der Aufbewahrung dieserWunderwelt angelegentlich zu beschäftigen. Zur längeren Verwahrung ist am besten, die Präparate aufeinem geschliffenen runden Glastäfelchen zu trocknen und dieses mit einem andern ähnlichen zu bedecken,beide aber am Rande mit Wachs oder Lack zu verbinden und so in die bekannten mikroskopischen Schie-berchen mit mehreren Oeffnungen zu ordnen, worin man bisher nur Ungeziefer und Haare der Neugier preisgab. Ich habe meine eigene Sammlung der mikroskopischen Objecte in 5, 4Va Zoll hohen, 3Va Zoll breitenund gegen 2 Zoll tiefen, Kästchen, deren jedes in 5 Reihen zu 10 geordnet, 50 Schieberchen, jeden mit6 Nummern enthält, was für jedes Kästchen 300 Nummern, im Ganzen 1500 Nummern giebt. Wegen des
bequemeren Auflegens der kleinen Schieber auf den Objecttisch, ohne besondereBefestigung bei Beobachtung der äussersten Objecte, ist es besser, nur 4 Objectein jedes Täfelchen zu bringen. Für thätige Privatgelehrte und weniger bemittelteBeobachter sind 2 Glimmerblättchen den Glastäfelchen vorzuziehen, weil diese an-sehnlich theurer und schwieriger zu haben sind. Auch zwischen Glimmer in wohlverwahrten Kästchen kommen keine Milben zu den Objecten, und sie erhaltensich so als grössere Sammlungen bei mir seit nun 4 Jahren (s. Abhandl. d. Berl.Akad. d. Wiss. 1835. p. 141.). Die fossilen Formen der Feuersteine und Halb-opale erlangt man am schönsten durch sehr dünn geschliffene Blättchen zur An-sicht und beliebigen fortwährenden Benutzung. ’ Mit ein wenig Wachs auf Glastäfelchen geheftet oder mit Mastixganz darauf befestigt, sind sie leicht in ähnlichen Kästchen mit den übrigen zu ordnen und zu verwahren.
Der Verfasser.