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Erklärung der Abbildungen Taf. I. Fig. II.

Fig. a. ist 450mal im Durchmesser vergrössert,

Fig. b. 820mal.

Bei 2000maliger Vergrösserung erscheint diese Form der Monas Guttula Fig. III. a. sehr ähnlich, aber nicht klarer.

3. Monas Guttula, Tropfenmonade. Tafel I. Fig. III.

M. hyalina, globosa, lenta, 1 j i92 lineae partein acquans, aut minor.

Monade Gontte , hyaline , spherique , lente , egalante Vas millimetre , on moins.

Abhandl. der Berlin . Akad. d. Wissenscli. 1830. p. 63. 74. (94.) Tafel I. F. 3. 1831. p. 57.

Aufenthalt: Bei Berlin häufig zu allen Jahreszeiten. Sie wurde aber zuerst im Newa-Wasser in St. Petersbuig 1829 entdeckt odervon der vorigen unterschieden.

Man sieht diese schon etwas grössere Monade nicht selten mit der Schlussmonade gleichzeitig in Wassergefässen, worin sichzersetzte Pflanzen befinden, welche für solche Thierchen viel Nahrung gehen. Sie zeichnet sich, neben ihrer ansehnlicheren Grösseund Durchsichtigkeit, durch langsamere Bewegung aus. Im Innern erkennt man immer deutlich mehrere Blasen. Bringt man Indigooder Carmin in das Wasser, so füllt sie sich alsbald damit an und ihre Magenzellen erscheinen dann verhältnissmässig grösser als heider vorigen. Ich sah aber nie mehr als 4 bis 6 Magen farbig angefüllt. Am vordem Körperende erkennt man nach Trübung desWassers mit Indigo einen Wirbel und heim Verdunsten des Wassers sah ich wiederholt einen einfachen fadenförmigen Rüssel von nichtganz der Körperlänge. Beim Schwimmen dreht sie sich um ihre Längsaxe. Die sich füllenden Magenzelleu erscheinen in der hintemKörperhälfte und meist auf einer Seite. Der Grund davon liegt in einem durchsichtigen drüsigen runden Körper, welcher einen Theildes Leibes erfüllt. Bei Anwendung einer 2000maligen Vergrösserung habe ich die Structur dieser Monade allmälig zu mehr Klarheitder Uebersicht bringen können als die der vorigen. Am Grunde des fadenförmigen Rüssels ist eine hellere begrenzte Stelle, welcheman für den Mund halten kann, weil die Strömung, welche der wirbelnde Rüssel erregt, dabin gewendet ist. Es Hessen sich so bis 12Magenzellen von verschiedenem Durchmesser erkennen, überdiess der trübe, durchscheinende, runde Körper, aller Analogie mit den grös-seren Infusorien (vcrgl. Paramecimn Aurelia , Nassida , Bursaria dergl.) nach, die männliche Samendrüse. Eine hellere Blase oder

Zelle mitten im Körper ist entweder eine 13te Magenzelle, oder eine contractile Blase, wie sie sonst häufig bei Infusorien Vorkommen.

Ich sah jedoch nie ihre deutliche Contraction. Ueberdiess unterschied ich zerstreute Körnchen, welche etwa '/^ des Körperdurchmes-sers, also Vsvco Linie, Grösse hatten und die sich als Eier ansehen lassen. Die eben ausgekrochenen Jungen mögen daher sich unter

Monas Termo verstecken, obschon die Monas Termo sich durchaus nicht immer in M. Guttula umwandelt. Ueberdiess sah ich ein-

zelne Individuen in Queertheilung. Beim Trocknen zerfliesst der Körper fast immer, jedoch erhalten sich einzelne zuweilen gut. Ichbesitze dergleichen kenntliche mit und ohne angefüllte Magenzellen. Auch Monas Termo habe ich mit blau erfüllten Magenzellen, undM. Crepusculum oline solche, kenntlich trocken aufbewahren können.

Erklärung der Abbildungen Taf. I. Fig. III.

Fig. a. ist ein leeres (hungriges) Individuum, umgehen von farbig genährten, hei 450maliger diametraler Vergrösserung.

Fig. b. ist ein in der Queertheilung befindliches Individuum mit vielen sehr kleinen Magenzellen. .

Fig. c. ist 2000mal vergrössert und aus vielen Beobachtungen allmälig construirt. Die conische Bewegung seines Rüssels ist sammt der dadurch be-wirkten Strömung theilweis dargestellt.

4. Monas vivipara, lebendig: gebärende Monade. Tafel I. Fig. IV.

M. hyalina, globosa, lenta, vivipara, Vsz lineae partem attingens aut minor.

Monade vivipare , hyaline , spherique , lente , egalante l j 26 millimetre ou moins en longueur.

Abhandl. der Berlin . Akad. d. Wissensch. 1835. p. 172. Tafel I. Fig. VII.

Aufenthalt: Bisher nur im stagnirenden Wasser Berlins .

Ich entdeckte diese sehr ausgezeichnete Monade am 3ten Mai 1835 sehr zahlreich in Gesellschaft der Chlamidomonas Pul-visculus. Die meisten Individuen hatten eine Grösse von j /qg bis J /s 2 Linie und waren mithin viel grösser als die grosse Masse dersie umgebenden Staubmonade. Die Gestalt der meisten Individuen war kugelrund, doch gab es auch eiförmige dazwischen, und ichüberzeugte mich bald, dass diess die durch Längstheilung entstandenen Sprossen waren. Besonders interessant war die Deutlichkeitgrosser Organisation dieser Körpereben. Was sich bisher bei den Monaden undeutlich, ganz versteckt und unzugänglich erwiesen batte,die Eibildung und (las Entwickeln der Jungen aus diesen, war liier die am meisten in die Augen fallende Erscheinung. Der ganze Köi-per war nämlich mit sehr zahlreichen runden Körnchen erfüllt, welche sämmtlich in einer zitternden Bewegung waren. Etwa 30 solcherKörnchen gingen auf die ganze Körperlänge von Vsz Linie. Jedes war mithin Viseo einer Linie lang. Beim Verdunsten des Tropfenszerflossen die Monaden und die Körnchen schwammen zitternd, aber selbstständig so herum, dass sie nicht vom Rüssel des wimpeilosenThieres bewegt seyn konnten. Die ganze Erscheinung sprach dafür, dass diese Körnchen die aus der Eischaale bereits entschlüpfteBrut waren. Besondere Organe Hessen sich, der Kleinheit halber, an den Körnchen nicht wahrnehmen. Ausser dieser Eibildung unddem Lebendiggebären beim Bersten sah ich oft im innern Körper der Monaden ansehnlich grosse grüne Massen. Ich überzeugte michbald, dass es verschluckte Individuen der Chlamidomonas Pulvisculus waren und beim Zerfliessen der Monade wurden sie, obwohlnoch in die Magenzelle eingeschlossen, so deutlich, dass sie sich von den frei daneben schwimmenden nicht mehr unterscheiden Hessen ;so sind also auch Monaden Carnivoren , Raubthiere. Ich mischte Indigo in das Wasser und sah am andern Moi gen vie e mitmehreren grossen blau erfüllten Magen, so dass über die Ernährungsorgane kein Zweifel übrig blieb. Auch eikannte ich mit grosserDeutlichkeit einen fadenförmigen Rüssel an der vordem wirbelnden Stelle, wo der Mund zu suchen zu seyn schien, un ie tiömun ezeigte an, dass der Mund an der Basis des Rüssels sey, obwohl die Oeffnung selbst undeutlich blieb. Aussei dem Hess sich noch iinInnern ein auffallender, grosser, weniger getrübter, runder und unveränderlicher Fleck bemerken, welcher die Mitte jedes Tliieies einnahm und fast Vs der Körpergrösse hatte. Beim Wälzen des Thieres blieb er rund und hatte also eine Kugelform. Vergleicht mandiesen kugligen innern Körper mit den ganz gewöhnlichen drüsigen Körpern im Innern aller grossen Magenthieie, so springt