15
diese Sache dem Menschen nicht so geschwind anhän-gen läßt, wie man einen Hut an die Wand hängt.
Zm gegenwärtigen Falle galt e6 nun freylich soernsthaft nicht; Ich wurde nur dadurch an diese allge-meine Rathgeberey erinnert, gegen welche ich jetzt selbsteinen ungebethcnen Rath ertheile.
Empfehlungsschreiben, die mir »»gesucht angebo-ten wurden, wies ich nicht von der Hand, weiter abergab ich mir auch keine Mühe darum, weil ich niemalsweder bey mir selbst noch bey andern viel vortheilhafteWirkung davon verspürt habe. Zch rede von den Em-pfehlungsschreiben, die uns bey angesehenen Personenoder in die feine Welt einführen sollen, wenn wir »ochschwach genug stnd, solche» Alltäglichkeiten nachzugehen.
Man gibt solche Recommandationen zuweilen ausEitelkeit, um zu zeigen, daß man auch auswärts be-deutende Bekanntschaften habe; diese sind gar oft diefeurigsten, weil man, was an der Bekanntschaft ab-geht, durch das hohe Lob des Empfohlenen zu ersetzensucht, aber sie sind selten die kräftigste», eben um ihresUrsprungs willen; und wehe dem vernünftigen Manne,der mit Posaunenkvn aufgeweckten Erwartungen ent-sprechen soll!
Oder man gibt sie auch, wie sie chmalü einer mei-ner Freunde gab, weil es in der Schrift heißt.- gibdem, der dich bittet. Diese werden sehr »»gleich auf-