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1 (1828) Auch ich war in Paris / Ulrich Hegner
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zes Vertrauen besaßen, an die ich immer mit der rcii»sten Freude dachte, ja einer starb plötzlich — und ichfühlte nichts bey ihrem Tode, meine Empfindung bliebungerührt, ich trauerte weder um sie noch um mich,aber mich ergriff die Trauer der Ihrigen, daß ich meinAuge voll Thränen wegwenden mußte, und wenn dieseVerstorbenen nach Jahren wiederkommen könnten, ichliebte sie noch mit der alten Treue, denn für die Treuekann ein rechtlicher Mann immer stehe»; etwas an-deres aber ist es mit der Zärtlichkeit in der Freundsschaft, diese richtet sich, wie ich schon bey berühmtenVerbindungen dieser Art gesehen habe, »ach dem Ther-mometer unsers Wissens und Glaubens überhaupt.

Freundschaft ist nicht ein Geschäft des Herzensallein, und hängt nicht bloß vom Willen ab, sonderneben so sehr von der Uebereinstimmung der Gesinnun-gen und von der Richtung der Verstandeskcäfte; solange wir aber hierin »och wandelbar befunden wer-den, sollen wir nicht von der Unsterblichkeit der Freund-schaft sprechen.

Ueberdieß ist die Trauer beym Abschied, so wie dieFreude beym Gruß und die Empfindung beym Dank,so selten ganz rein und unvermischt von eigner undfremder Täuschung, daß, wer die Weit und sich selbstkennt, aus die Aeußerungen dieser Gefühle gern Ver-zicht thut, und zuletzt, wie Montaigne , nicht gern mehrgrüßt, und nicht gern Abschied nimmt, nicht gern dan-ket, und nicht gern hat, daß man ihm danke.