Buch 
1 (1828) Auch ich war in Paris / Ulrich Hegner
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99
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sagen, was ich zu Hause verschweigen müßte — empfindeich für einen Schweizer , den ich nicht kenne, nichtmehr, als für einen unbekannten Chinesen.

Diese unmuthigen Empfindungen verschwandenaber alle, wie die Finsterniß vor der Sonne, als ichunter den Tuilerie» durch und gegen den Garten hin,auskam, und, auf der Terrasse stehend, des für michso gänzlich neuen Anblickes genoß. Die Abendsonnestrahlte mir golden über die weite Fläche des herrlichenGartens entgegen, schwellte die Wipfel seiner hohe»Linden, überglänzte die marmornen Bildsäulen, undverdoppelte durch das Spiel der Schatten das Heervon Menschen, das in den weiten Gängen herum,schwärmte, ohne sich, wie im Palais royal zu drängen,denn hier ist, so kams mir vor, wie im Himmel Raumfür alle. Alles gruppirt sich und stellt sich mahlerischdar, und jeden Augenblick lebten Reminiscenzen vonso oft betrachteten Gemählden und Kupferstichen alterfranzösischer Künstler, die dergleichen Gegenstände vor-gestellt halten, In mir auf; ich wurde ihres Gefühlsund anschauenden Sinnes theilhaftig; es war mir alswenn ein schöner Traum realisirt würde.

Von allen Seiten her schienen mir Statuen, dieich aus Abbildungen und Beschreibungen kannte, wiealte Freunde vertraulich zu winke» ; ich war aber nichtim Stande, eine einzige ruhig zu betrachten, es warenihrer zu viele, und die lebendigen Menschengruppenzogen immer wieder meine Augen auf sich. Wie konnte