Künstler, Kenner und Gelehrte sah Ich vor demselbenverweilen, und ihm Bewunderung zolle». Nicht LeBruns Schlachten mit aller Kunstcichtigkeit, nicht diefeurigen Rubens (dessen Colorit dagegen wie pure Af-fectation erscheint), nicht der berühmte heilige Ro-muald des Sacchi, die alle da herum hingen, vermoch-ten ihm den Vorzug streitig zu machen, man fing beyihm an, und hörte bey ihm auf. Das muß doch wohlmehr seyn als bloßes Blendwerk der Sinne; ein ho,her geistiger Werth muß in dem Gemählde liegen, derihm so lange seinen Ruf erhalten, und immer aufsneue wieder geben kann. Allgemein anerkannt ist dieSchönheit des Colorits, die Vortrefflichkeit der mahle-rischen Anordnung, die Leichtigkeit und Sicherheit desPinsels. Nur einmahl eine so vorzügliche Kunst derFärbung, die so selten sich findet, als Raphaelö Zeich-nung und Correggios Harmonie, ist schon eine außer-ordentliche Gabe, die keinem bloß durch mechanischesStudium, ohne Genie, zu Theil wird, die mithinKennern schon als große Eigenschaft respectabel seynmuß, zudem daß sie noch in der Wirklichkeit unmittel-barer zu dem Auge spricht, als jede andre.
Wem springt aber nicht die Originalität in dieAuge», der eigne Styl ohne Nachahmung, da« leben,dige schöpferische Talent, das keiner fremden Studienund keines künstlichen Borgen« bedarf, um Auftrittedes Lebens mit alle der sinnlichen Schönheit, Heiter-keit und freudigen Bewegung bleibend sichtbar zu ma-