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Meister kannten, oder etwas von der Meinung Kunst-erfahrner darüber ausgespürt hatten; eS mangelte ih-nen der Kunstsinn. Wie niemand richtig über Musikurtheilt, dem Natur und Studium nicht das Ohr ge-bildet, so ist es auch mit den Urtheilen de« Auges inder Mahlerey, kein anderweitiger Scharfsinn und keineGelehrsamkeit erseht den sichern Blick für das Eben,maß der Formen, und die Wahl und Harmonie derFarben, der eine Gabe der Natur ist, und allein durchdas Studium der technischen Regeln ausgebildet wer,den kann.
Ich weiß wohl, daß Ich hiermit manchem uner-trägliche Dinge sage, weil heut zu Tage fast jederschöne Geist auch glaubt, ein Kenner zu seyn, wenner nur die Geschichte der vornehmsten Mahler, odereinige pikante Lebensumstànde von ihnen weiß, undihm geistige Ausdrücke zu Gebote stehen. Lch hörtees auch unlängst selbst nicht gerne, allein da ich eö jetztals Wahrheit anerkenne, so muß ich eö auch beken-nen. Eö ist ein Unterschied, über ein Gemählde zuphantasiren, oder seinen wahren Gehalt z» bestimmen:eö ist auch ein Unterschied, nach historischen Dorkennt-nlssen zu schließen, ober aus eigner Kraft zu urtheilen.Man stelle nur einen unbefangenen Künstler und ei-nen gelehrten Liebhaber vor ein Gemählde, und höre, auswelchem Munde ein klareres Urtheil fließe; oder mangebe Acht, aufweiche« Urtheil der Meister selbst, wenner gegenwärtig ist, mehr Gewicht lege, und man wird