Buch 
1 (1828) Auch ich war in Paris / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
326
JPEG-Download
 

326

es der Ehrgeizige/ der alleö daran seht, und seineganze Ruhe und die von Millionen andern aufopfert,die Höhe, auf welche er gestiegen ist, zu behaupten,und die noch steilere, die sich immer neu vor ihm auf-thürmt, zu erklimmen? — Ja, wenn er sich erhabenfühlt im Geiste über seine Mitmenschen, wenn ernicht sich selbst, sondern die allgemeine Wohlfahrt zurAbsicht hat, und die Vorbestimmung in sich fühlt, denübermenschlichen Zweck zu erreichen, ohne auszuweichenund im eiteln Versuche zu erliegen, so ist er es, solaßt uns ihm die Krone geben! — Oder ist es derverlassene Elende, der auf den Stufen des Pallastessitzt, und flehende Hände zu Gott und Menschen em-porhebt, und nicht weiß wo er sein Haupk hinlegensolle? — Ja, wenn er die seltene Kraft übt, nie zuvergessen des Funkens der Gottheit, der ihn belebt,und im Vertrauen auf eine ewige Ordnung, auf ei-nen Vater im Himmel, sich mit stillem Muthe Hülfeoder den Tod erringt, so hat auch er gerechte Ansprücheauf den Namen des Guten und Würdige». Auch desGlücklichen? Wenigstens so gut als Zener.

Ungern stieg ich wieder von dieser einsamen Höheherab, wo ich eine Zeitlang hätte wohnen mögen, kamin die Straßen der Stadt, die nach und nach volk-reicher wurden, bis ich mich endlich wieder mitten imGetümmel befand, wo jedoch die auf dem stillen Bergehöher gespannten Saiten der Seele noch eine guteWeile nachklangen.