Band 
Erster Theil.
Seite
16
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r6 Amaranthus.

ter, die seinen Namen führen, werden auf 536»Stücke geschätzt. Papillon zählt ihn selbst unterdie Formschneider; und da er nicht weiß, daßJostvon Zürich nach Nürnberg gezogen, macht er ausihm zwey Künstler, und nennt den andern Amonn.Er will behaupten, man finde in Vcrgleichung ihrerArbeit einen sehr merklichen Unterschied; des Züri-chers sey imideutschen Geschmacke, dahingegen desNürnbergcrs der Manier der größten Meister in Ita-lien nahe komme. Dann macht er viel Wesens vonseiner vermeintlichen Entdeckung. Josts Werke sinddurch ganz Deutschland bekannt, und meistens zuFrankfurt am May» bey Sigmund Feyerabend ge-druckt. Die sogenannten kleine Meister seiner Zeithaben vieles nach seinen Zeichnungen gearbeitet.Sein Buch von der Dicht- Maler- und Bildhauer-kunst ward i5?8. zu Frankfurt am Mayn gedruckt,und crschien seither unter dem Titel: ^rtls pin^enäliknckiriüion. Er st. r5gi. 55. Jahre alt. Christführt sein Zeichen an verschiedenen Orten an. FkeßliI. 4?.

Amaranthus. Diesen Namen findet man aufeiner Gemme, die den Herkules vorstellt, wie er dieRymphalischen Vogel erschießt. Mrirr.

* Amurs, (Johann Anton d') ein Maler zuNeapel , lernte bey Sylvester Bono. Er verfertigteFrcscogemälde in verschiedenen Kirchen seiner Ge-burtsstadt, und bediente sich Hiebey einer fleißigenund großen Manier. Dieser Künstler war ein from-mer und gelehrter Mann, der sich niemals wolltebereden lassen, nackte und unehrbare Bilder zu ma-len. Er st. i555. 8o. Jahre alt. DoEM'cr 52.

* (Johann Anton d') der jüngere, desobigen Bruderssohn und Schüler; lernte bey Joh.Bernhard Lama. Sein schönstes Gemälde ist eineAltartafel der Kirche Monte delliPoveri vergognost inber Straße Toledo zu Neapel , welche die H. Jung-frau in Begleit des himmlischen Heeres vorstellt. InDiesem Bilde findet man eine ausgesuchte Zeichnungund eine liebliche Färbung. Amaro heyrathete dieberühmte Malerin Maria Angelica Criscuola.Er st. um i5g8. 63. Jahre alt. DoEm'cr II. 020.

Amarore, (Joseph) ein Maler zu Brescia ,von welchem man in der Kapelle der H. Maria, derAugustinerkirche St. Barnabas, ein großes Ge-mälde sieht, welches die H. Monica, Allmosen aus-theilend , vorstellt, etc. cir Lre^cra.

(Paul) ein Bildschnitzler zu Brescia .Von seiner Hand ist das Bild der H. Maria genanntin Silva, von Holz, auf einem Altare in der KircheSt. Fausiinus und Jovita zu sehen; und ein hölzer-nes Kruzifix, welches mit einem Christalle bedecktist, in der Kirche delli Miracoli. />itt«re etc. ürLreccra.

Amatori, (Franz) ist allein unter demNamenUrbino bekannt; er lernte bey M. A. Bonarokti,Den er 26. Jahre lang mehr in häuslichen als inKunstgeschäften bediente, und sich sowohl mit ihmzu betragen wußte, daß letztrer ihn werth hielt, undseinen i556. erfolgten Tod sehr bedauerte. Urbino hatte genügsames Genie, aber er gab sich wenigMühe, seine Kunst zu üben. Paul III. trug ihmauf, die Gemälde der Sixtinischen und PaulinischenKapellen in dem vatikanischen Pallaste rein zu hal-ten , und verordnete ihm ein monatliches Gehalt vonsechs Goldsgulden. Lcttsrc§n//a /'itt»rs etc.. VI.x. 25.

* Amberger, (Christoph) ein Maler vonNürnberg , wird für einen Schüler des ältern Jo-hann Holbeins gehalten, weil er dessen Manier voll-kommennachahmte In seiner Erfindung, Zeichnungund Colorit zeigte er einen großen Verstand, vonwelchem die zwölf Gemälde von den Geschichtendes Erzvaters Joseph, und andere die man zu Aug-spurg sieht, genugsam zeugen. Er hatte die Ehre,Das Bildniß Kayser Carl V. nach dem Leben zu ma-len, und ward dafür reichlich belohnt. Ambergerbemalte um i53v. die Mauern der Fuggerischen undanderer Häuser zu Augsburg . Man findet auch ver-

AMeliUS.

schiedene schone Stücke von seiner Hand in dem Pal-laste des Churfürsten von Bayern zu München . Erst. i563. Sein Pinsel ist fett und reinlich, seineFiguren sind gut gezeichnet und wohl gestellt, seineFarben überall wohl gebrochen. Er beobachtete dieLinealperspectiv sehr gut, hatte aber keinen Begriffvon der Lufiperspectiv; ein allgemeiner Fehler fastaller Maler seines Zeitalters. Dieser Künstler hateinige von seinen Erfindungen in Hol; geschnitten»Prenner hat nach ihm die Geschichte der Herodiasfür die kayserl. Galerie gcetzt. Sandrarrl. 235.

Ambilor, (N. de l') ein geschickter franzö-sischer Geschjchtsmaler, arbeitete einige Zeit zu Ley-den, und wird von Uffenbach III. 420. angeführt.

* Ambling, (Carl Gustav) ein Kupferstechervon Nürnberg, welchen der Churfürst von Bayern die Kunst auf seine Kosten zu Paris bey NiclausPoilly erlernen ließ. Ambling stach die Bildnisseder Fürsten des Hauses Bayern ür Lebensgröße, underwarb sich hierdurch einen großen Ruhm. Manhat auch von ihm zwölf Monate und die GeschichteOtto'S von Wittelspach nach Zeichnungen von P.Candito, welche alle, in Tapezereyen verarbeitet, denchurfürstlichen Pallasi zu München zieren. Er starbi/or. 5o. Jahre alt. Doppelmayr S. 256.

Ambrogini. S. den Artikel BarrholomeCennini.

Ambr 0 g i 0, (Dominicus) genannt Minghinodel Brizio, Maler zu Bologna, lernte bey Bern -hardin Baldi, Dionisius Calvart und Franz Brizio.Diesem letztem war er bey vielen seiner Werke be-hülflich. Er war in der Zeichnung und der Zusam-mensetzung sehr fruchtbar. Viele Kirchen und Pal-läsie seiner Geburtsstadt sind mit seinen Gemäldengeziert. Er verfertigte einige große Holzschnitte inHelldunkel nach B Coriolano und L. Tinti, die mitder Jahrzahl i653. u. s. f. bezeichnet sind.rmnn I. 543.

(Johann di) Baumeister und Bildhauerzu Florenz , verfertigte für die dasige Kirche St.Maria del Fiore die Bilder der Gerechtigkeit und derH. Barbara in Marmor. Sein Sohn Eorenz ver-fertigte für die gleiche Kirche die Bilder der H. Jung-frau Maria und einiger anderer Heiligen. Beydelebten um das I. i38o. La/llim«ccr Xec. II. ic»3>

(Micro, d. i. Domini'cusd') Bildhauerzu Neapel , lernte bey Dominicus d'Auria. Mansieht von seiner Arbeit in den Kirchen St. DomenicoMaggiore und St. Giacomo de Epagnuoli einigeGrabmäler, und in der letztem eine Altartafel inBasrelief - Er lebte zu Anfang des X VII. Jahrhun-derts. I)oMc«icr II. 192.

Ambrosini, (Andreas) eingeschickter Bau-meister zu Bologna , lebte zu Anfang des XVIII.Jahrhunderts. Nach seinen Zeichnungen ward dasschöne Dominicaner-Kloster a!Ia Trinita und die Non-nenkirche'St Petrus Martyr aufgeführt. FlorianAmbrosini, ein anderer Baumeister, lebte hundertJahre vor Andreas. Dieser baute die Kapelle St.Dominicus und den Pallas! Zani zu Bologna . Manzeigt auch ein Buch, welches er von seiner Kunstgeschrieben Malvasia führt diesen Künstler II. 88.an. Christoph Ambrosini, Maler zu Rom ,welchem man die Verzierung des Altars der H. Ma-ria in der Kirche St. Giacomo Scossacavalli zu-schreibt. ?Vr.

Amelin oder Ameling. S. Ambling.

Amelius , achter Abt der Cisterzienser, bautedie Kirche und das Kloster seines Ordens zu NotreDame des Dunes in Flandern bis ins Jahr 1221.da er seine Stelle verließ und in eine Einsiedlereygieng. ^c/rüreu V. 2ZZ.

(Johann) ein berühmter Baumeistervon Antwerpen , unter dessen Aufsicht der ThurmU- L- F. Kirche erbaut wurde; derselbe ist wegen sei-ner Höhe von 466. Fuß, mit Inbegriff des Kreuzes,