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A n g i v e s.
Angives (des). S. Desangives.
Anglo-Bri'tarrnus (H. ^>.) bedeutet denHeinrich Hondius.
2 lnglus (Benjamin van) ein Kupferstecher,arbeitete nach den Zeichnungen des Anton Tem-pesta rc. e?anekM-r/.
* Angosciola, Anguiscivola od. An-gusciola (Sophonisba , eine Malerin von Cre-mona, lernte be» Bernhardin Gatt,; nach vasariund Svprani auch bey Julius Campi. Diese Künst-lerin war besonders in Bildnissen berühmt, daher siePhilipp II. von Spanien i 55 g. an seinen Hof kom-men ließ, und für ihre Arbeit königlich belohnte.Alsdann ward sie mit einem Drautfchatz an einensicilianischen Edelmann, D- Fabririus de Mon-cada verheyrathet. Nach dessen Tode gicng sie nachGenua , wo sie wieder einen Edelmann, Hora;Lomellini, heyrathete. Anton Vandyk traf sie da-selbst in einem hohen Alter und blind an, unterredtesich mit ihr über die schwerstenGegenstände der Kunst,und pflegte nachher zu sagen: Eine Blinde hab' ihmmehr Licht in der Mahlerey gegeben als sein Lehrmei-ster selbst. Sophonisba starb im hohen Alter um1620. Sie hatte vier Schwestern, die sie in ihrerKunst unterwies: Anna, Europa , Lucia undMinerva . Anna malte sehr ähnliche und natür-liche Bildnisse. Aus ihrem eigene», welches sie selbstverfertigte, sieht man, daß sie um i5/o. gelebt ha-ben muß. Anron ssanrpi giebt in einer noch unge-druckten Schrift Nachricht von ihr. Lucia brachtees inBildnißmalen so weit, daß sie vermuthlich ihreLehrmeister«! selbst würde übertreffen haben, wo sienicht frühzeitig (i 565 .) gestorben wäre. Minerva war, nebst der Malerey, auch in der Lateinischen,und verschiedenen andern Sprachen wohl erfahren,öa/ch'-mcci 8ec. 4. p. i 5 ). Velasco führt dieSophonisba xo. 18. und 2Z. eine S. löenrileschian; diese beyden aber sind vermuthlich die gleichePerson.
Angou lerne, (Jacob d') ein französischerBildhauer; arbeitete um i 55 o. zu Rom , wo er inso großem Ansehen stuhnd, daß er M. A. Bonarotiden Vorzug streitig machen durfte, und seine Werkesehr hoch geschätzt wurden. Man zeigt in der päbst-jichen Bibliothek drey große Figuren von seiner Ar-beit in schwarzem Wachs, und in der Grotte zu Meu-don war ehemals eine sehr schöne Statüe von Mar-mor , die den Herbst vorstellte, von welcher man aberin den neuern Beschreibungen dieses königl. Lustschlos-ses keine Spuren findet, ,v/o§»rie»- p. Zi 5 .
Angst, (Friedrich). S. den Art. <L. Aigen.
Angujano, (Joseph) malte in der Barna-biterkirche St. Alexander zu Mayland die Geschichteder Königin von Saba. Latrmäa.
Anguyev, (Franz und Michel) Gebrüder ausder Grafschaft Eu gebürtig, schnitzten schon in ihrerersten Kindheit mit Messern allerhand kleine Bilderaus Holz und Stein, welches einen ihrer Mitbürgerbewog, sie die Bildhauerkunst erlernen zu lassen.Franz lernte bey Martin Charron und Simon Guil-lain. Er kam in England, von da er nach Italien gieng, und bey seinem zweyjahrigen Aufenthalt mitPoufsin, Mignard, du Fresnoy und Stella Freund-schaft stiftete. Der König gab ihm nach seiner Zu-rückkunft eine Wohnung und Werkstatt im Louvre,samt der Aufsicht über die königl. Alterthümer. Erverfertigte die Grabmäler des Connetable von Mont-morency, des Cardinals von Berulle, des Groß-priors vonSouvre, des H.de Thou und seinerGemah-Un, des Herzogs von Longueville und des H. Chabot;er gab auch die Zeichnungen zu der Facade des altenLouvre. Franz st. 166g. 65 . Jahre ait Seine Werkesind wegen ihrer Schönheit und natürlichen Aus-drücken merkwürdig. — Michel lernte auch bey Si-mon Guillain. Er arbeitete zu Rom etliche Jahreunter der Anführung des Ritters Algardi , und ver-fertigte zwey Basreliefs für die Kirchen St. Johannvon Lateran und St. Peter. In Frankreich arbeitete
Ansaldo.
er mitFeinem Bruder; für sich allein aber verschie- "Vene Stücke in den Kirchen Val de Grace undSorbonne, und für den Herrn Fouquet. Er warRector der Academie und schrieb 14. Gespräche überdie Bildhauerkunst. Er st. 1686.72. Jahre alt. Diesebeyden Brüder sind in der Kirche St. Roch in EinemGrabe beerdigt. S. Thomassln, I. Marot u. s. f.haben nach ihnen gestochen.
Anichini (Ludwig) von Ferrara , gelangtedurch einen feinen Stich und seinen scharfsinnigenVerstand zu einer solchen Vollkommenheit im Edel-stein- und Stahlschneiden, daß er nicht allein denMannita, sondern auch alle übrigen Künstler seinesZeitalters weit übertraf. Je kleiner seine Werke wa-ren, je mehr wußte er sie zu beleben, so daß sie fürunnachahmliche Meisterstücke gehalten werden. Ani-chini arbeitete meistens zu Venedig und blühere umdie Mstte des X VI. Jahrh. Eine Medaille, die die-ser Künstler auf Pabst Paul III. verfertigt hatte,ward von M- A. Bonaroti bewundert; er urtheiltedavon, daß diese Gattung Arbeit durch ihn den höch-sten Grad der Vollkommenheit erreicht habe.
Larr III. 291.
*— — (Peter) ein Kupferstecher, arbeitete umi/i 5 . zu Florenz mit dem Grabstichel. Man hatvon ihm neben andern das Bildniß vom Evangelist«Toricelli, der bey dem Großherzog Ferdinand ll. dieStelle eines Meßkünstlcrs und Philosophen beklei-dete. 6anste//r)ri.
Anizy, (Augustin August) ein Baumeister undDirector der Brücke von St. Esprit und der Dämmean der Rhone ; war um i? 58 . ein Mitglied der Acardemie zu Montpellier . Er schrieb eine Abhandlungvon den Bogen der Gewölben. A.
Anna, (Balthasar d') ein Künstler aus Flan-dern gebürtig, lernte zu Venedig bey Leonhard Co-rona. Er malte in der dasigen Kirche delle Conver-tite die Verkündigung Mariä und eine andere Ge-schichte der H. Jungfrau: Zwey Bilder, welche sei-nem Gedächtniß Ehre machen. Er lebte um 1600^
Annese (Paul). S. Anezy.
* Anonymus; unter diesem Namen beschreibtweyermann III. < 4 » 6 . einen vortreflichen Zeichnerzu Brüssel , dessen Talente er des la Fage gleichschätzt. Ohngeachtet dieser seiner Geschicklichkeit warer so arm, daß bemeldter Schriftsteller, in seinemsatyrischen Styl, einen recht komischen Abriß vonder höchst elenden Kleidung, Haus und Wohnungdieses Künstlers macht.
Anraar, ( Peter van) malte zu Amsterdam vieleBildnisse und Gesellschaftsstücke, die sehr gelobt wer-den. Er war des berühmten Dichters Johann vander Veen Tochtermann, und lebte um 167«.
Msmr III. 067. — M-Oesterreich führt in seinerBeschreibung des Stcngelischen Cabinets X°. i 55 .und 156 . p. Arats, einen Gesellschaftsmaler, an,der mit obigem Anraar einige Aehnlichkeit zu habenscheint, ausgenommen, daß er ihn für einen Deut-schen hält, der des Horemaus Manier nachgeahmt;woraus zu schließen wäre, daß letztrer Arars um1700. müßte gelebt haben.
* Ansaldo, (Johann Andreas) ein Malervon Doltri im genuesischen Gebiete, lernte bey Ho-ratius Cambiast. Er studirte sehr fleiffig nach PaulCaliari und erlangte hierdurch eine große Geschick-lichkeit und Fertigkeit in der Composition, in der Per-spectiv, in einer richtigen Zeichnung und angeneh-mem Colorit. Als er das Gewölb der Kirche St.Nunziata del Guastado malen sollte, wurden seineZeichnungen von neidischen Kunsigcnossen getadelt,aber durch einen richterlichen Ausspruch der Acade-mie zu Florenz gutgeheißen, welches seine Feinde der-gestalt wider ihn aufbrachte, daß er verschiedeneMaleverrätherischer Weise angefallen und verwundetwurde. Er starb 16Z8. 54. Jahre alt.
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