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Erster Theil.
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98
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98 Boullongue.

Nieren großer Meister so inne, daß er in derselbenNachahmung die beßten Kenner betrog. Man merktvon ihm an, daß er viele von seinen Werken beyNachtszeit vermittelst einer brennenden Kerze, die eraufdem Hute trug, verfertigte. Boullongne war eingroßer Zeichner und ein vortrcflicher Colorist. Erstarb zu Paris 1717. 68. 1 . alt. Man hat drey Kup-ferstiche von ihm selbst, und seine Copisten haben 28.dergleichen verfertigt.

* Boullongne (Genevieva undMagdalena),

des altern Ludwigs Töchter, wurden 1669. zu Mit-gliedern der königl. Academie aufgenommen, töene-vieva heyrathete Jacob Llairon, einen geschicktenBildhauer, und starb zu Aix in Provence 1709. 6Z.J.alt. Magdalena starb zu Paris 64. I. alt. 1710.-Beyde Schwestern malten Geschichte, Blumen undFrüchte. Man sieht eines ihrer Bilder, welchesmusikalische und andere Instrumente der Künste inTropheen vorstellt, über einer Thüre in der KöniginZimmern zu Versailles . Perelle hat nach ihnen dasPerspectiv des Orangeriesals in dem Schlosse St.Cloud, welches der Flora Tempel abbildet, gesto-chen. p. 211.

* (Ludwig), Maler zu Paris , machtesich durch eine vollkommene Nachahmung der Werkeund Manieren großer Künstler, und durch seine zahl-reiche Künstlerfamitie berühmt. Er malte einige Bil-der für den König und für die Kirchen seiner Gesburtssiadt. Boullongne st. 1674. 65 . I- alt.

N'örett IV- 3 vg.

* erster Hofmaler des Kö-

nigs und Ritter des St. Michaelsordens, obigenLudwigs Sohn undSchüler, ward gleich nach seinerZurückkünft aus Italien zu den vornehmste» Werken,die für den König gemalt wurde», gebraucht. ZuMarly sind vier große Bilder in dem großen Saalevon ihm. Er malte die Kapelle St. Augustins in derInvalidenkirche; in der königl. Kapelle zu Versailles die Nebenkapelle der H. Maria; in dem Eher derEathedralkirche zu Versailles die Reinigung Mariaund die Flucht in Egypten ; in gleicher Kirche denHauptmann zu Kapernaum und die Samariterinu. s. w. Er ward Rcctor der königl. Academie,und st. 1722. 79. I. alt. Die Zusammensetzungendieses Künstlers zeigen viel Genie und Ueberlegung.Seine Pinsclstriche sind herzhaft und zierlich; auchfeine Köpfe sind von schönem Charakter. In seinenFiguren bemerkt man etwas Edles, welches er mitschönen Ausdrücken verband. Seine Zeichnung istrichtig, und sein Colorit lebhaft und angenehm.Nebst vielen Kirchen zu Paris , zeigt man fast inallen königl. Pallästen von seinen Werken, unterwelchen obbemeldte Kapelle des H. Augustins fürseine beßte Arbeit gehalten wird. Seine Gemäldesind weniger geschätzt als seines Bruders, dessenFreund und Nacheiferet er war, aber zuweilen jenemweichen mußte. Er selbst hat zwey Blätter nach seinencigenen Zeichnungcn geetzt; die nach ihm verfertigtenBlätter hinwieder werben auf 20. berechnet,

B 0 ul 0 gne (Johann de). S. Bologna.

* Boumann (Johann), Baumeister von Am­ sterdam , ward 1722. von Friedrich Wilhelm, Kö-nig in Preußen, nach Potsdam berufen, wo ihmdie Aufsicht über die königl. Gebäude anvertrautwurde; er baute daselbst die sogenannten holländi-schen Häuser. Unter Friedrich II. führte er den Bauder neuen und der Berlinerpforte, auch des Rath-hauses und der französischen Kirche, die auf desKönigs Befehl errichtet wurden. Eben so die Cathe-dralkirche, den Pallast des Prinzen Heinrich u. s. w.Er lebte noch 1768. 62. 1 . alt. Beschreibung vonBerlin S. 280.

* Bounieu ( ), französischer Künstler,

malte um 17/0. Allegorien, Fabeln, das Jnnwen-dige der Häuser u. s. f. Seine^ Ausarbeitung istsehr zierlich, und seine Farbe kräftig.

Bouquee. S. Boucquer.

Bourbon. S. Borboni.

Bourlet.

Bourdeau (Michel de). S. den Art. Phi-lipp de Champagne, seines Schülers.

Bourderelle (David), Bildhauer von Euin der Picardie, arbeitete zu Paris , woeri688.zueinem Mitqliede der königl. Academie angenommenwurde. p. 92.

Bourdi. S- Bourdy.

Bourdin (Michel), ein ziemlich unbekannterBildhauer zu Paris 1640, verfertigte mit EgidiusEuerin die Verzierungen an der Vorderseite derKirche St. Gervais , welche aber der Schönheitihrer Baukunst nicht entsprechen. Lrrce.

* (ein Abt), malte um 1690. Bildnisseam Hofe zu Turin . P. van Gunst hat nach ihm ge-stochen.

Bourdon (Varis). S. Bordone.

* -- (Sebastian), geb. zu Montpellier 1616 ; hatte eine außerordentliche Neigung zur Ma-lerey, worin er mit vielem Verstand und Lebhaftig-keit arbeitete. Er studirre zu Rom und in der Lombar -die. Das Mapgemalde, welches er nach seiner Zu-rückkunft für die Eathedralkirche zu Paris verfertigte,stellt die Kreuzigung St. Peters vor, und kann alsei» Meisterstück angesehen werden. Die Galerie vonVretonvilliers mindesten dasvornehmsteWcrkseinesPinsels. Die Königin Christin« berief ihn nachSchweden ; er kam aber wegen dasigcr Veränderungder Regierung bald wieder in Frankreich zurück, undmalte dort unter andern die sieben Werke der Barm-herzigkeit , die er selbst in Kupfer etzte. Er arbeitete fürden König i» den Zimmern der Thuilleries, und starb1671. in der Würde eines Rectors der Academie.Bourdon besaß eine feurige Einbildungskraft, eineungemeine Fertigkeit, und zuweilen einen seltsamenGeschmack. Seine Pinselstriche sind sehr leicht, undsein Colorit lebhaft. Die Zusammensetzungen sindsinnreich, und vielmal außerordentlich; die Aus-drücke stark, die Stellungen verschieden und zierlich.Man setzt an seinen Werken aus, daß sie in der Zeich-nung unrichtig seyen. Er arbeitete seine Gemäldeöfters mit einer flüchtigen Manier aus, und diejeni-gen , an welche er die wenigste Mühe verwendet hatte,werden am meisten gesucht. Dieser Maler war sehrarbeitsam und fleißig in seinem Berufe. Alle Gattun-gen der Malerei) waren seinem Genie angemessen:Schäferstücke, Bambociaden, Soldatcngesellschaf-teu, Geschichte, Bildnisse und Landschaften; dieseletzter,» sind wegen ihres Colorits und reizender Selt-lamkeit vvrtrcfiich. Er radirte ungefähr 4 ». Blätternach seinen eigenen Ideen, in welchen man eben denGeist und das Feuer wie in seinen Gemälden findet;die übrigen, nach seinen Werken verfertigten Blatterwerden auf 180. geschätzt. Zwo Töchter diesesKünstlers waren in der Miniatur berühmt, ck'^r- Ein anderer Bourdon wird von Paspillon 1.192. unter die alten Formschneider gezählt.

Bourdy ( ), Bildhauer zu Paris und

Mitglied der königlichen Academie, lebte um 1720.Eines von den steinernen Bildern, welche das Por-tal des Hotels von Eoubise zieren, ist von seinerArbeit. L- 7 ce.

Bourg (Ludwig Fabritius du) S-Dubourg.

Bourgeois (Niclaus), Augustinermönch zuParis um 168» gab die bewegliche Drücke (Ponttournant) an dem Ende des königl Gartens derThuilleries, und die bequeme Schiffbrücke zu Rouen an. Lrrce. Ein Frauenzimmer dieses Namensmalte um 1770. Bildnisse zu Paris .

Bourg uignon (Peter), Bildnißmaler vonNamür, arbeitete zu Paris , wo er 1672. zum Mit-gliede der königl. Academie angenommen wurde.Er starb zu London 1698. 68. I. alt p. 2 j6.

Teyname der Gebrüder Courtois.

Bourini. S. Burini.

Bourler (Jacob), Bildhauer von Mons , tratin den Benedictincrorden. Er verfertigte zu Paris