112
Buglioni.
einen so dauerhaften Glast zu geben, daß sie Frostund Wetter widerstehen konnten. Dieses Geheimnißerfuhr er durch eine Weibsperson, die in dem Hausedes Andreas della Robbia bekannt war. Buglioniverfertigte viele Arbeit in seiner Gcburtsstadt Flo-renz und an vielen andern Orten. Er lebte um i 5 vo.
III. 3 /.
Buglioni (Franz) von Florenz , Hausgenoßund vertrauter Diener Pabst Leo X . war ein gelehrterMann, lieblicher Tonkünstler und geschickter Bild-hauer. Sein Grabmal, woran sein Brustbild inhalb erhobener Arbeit zu sehen ist, stehet in der Kir-che St. Onophrius zu Rom . Buglioni st. 1H20.58 . I. alt. 6rm,-ierrti.
— — (Sanctus), Bildhauer, arbeitete mit
höchstem Lob an dem Leichengerüsie, welches dirKünstleracademie zu Florenz i 565 dem Michelan-gelo zu Ehren aufrichtete; des Buglioni Arbeitbestand in zweyen Brustbildern dieses berühmtenMannes, die in Ovalen an einer Pyramide abge-bildet waren. Er arbeitete auch mit Tribolo, underbte das in dem Art. Benedicrs Buglioni ange-zeigte Geheimniß, welches mit des Sancrus Ab-sterben verloren gieng III. 791.
Bugoni (Thomas), malte das Gewölb desGacramentalkars in der Kirche St. Maria MaterDei zu Venedig . Er war um iM. Mitglied derdasigen Academie.
Bühring. S. Büring.
Buillard. S. Bullard.
Buiret (Jacob), Bildhauer zu Paris , wareiner der beßten Schüler des Jacob Saraffln. Erverfertigte ein Basrelief an der Pforte St. Denis;die Statüe einer Amazonin nach einer Antike, undeine mit Weinlaube gezierte Vase für die königl. Gar-ten zu Versailles . Das Unglück, welches er hatte,blind zu werden, verhinderte ihn an mehrerer Ar-beit; er mußte auch aus dieser Ursache die Professor-stelle bey der Academie aufgeben. Er st. 1699.69. 1 .alt. 6na»enti.
* Buisson (Alexander du), Ordensmann inder Abtey St. Victor zu Paris , malte Bildnisse inPastel, die man, wegen ihrer Schönheit, des R.Nanteuil Arbeit an die Seite setzte. Er lebte gegendas Ende des XVII. Jahrhunderts. Wilhelm Bal-let hat nach ihm das Bildniß Peters du Laurens,Abt des bemeldte» Klosters, gestochen, /e (,'omteIII. i 65 .
— — (Joh. Baptist Gayot du), französischerBlumenmaler, lernte bey I. B. Monnoyer, oderF. W. Tam. Er arbeitete lange Zeit in Italien ,vornehmlich zu Neapel , wo er in großem Ruhmestand. Als Anton Pesne , erster Hofmaler des Kö-nigs in Preußen, seine Tochter heyrachete, setzte sichdu Buisson zu Berlin . Er arbeitete hernach zuDresden, und endlich zu Warschau , wo er 76. I.alt starb. Er hatte drey Söhne: 1) Emanuel,Bildnißmaler, geb. zu Neapel 1699. lernte bey sei-nem Schwager A. Pesne. 2) Augustin, geb. 1700.folgte seines Vaters Kunst und malte um 1740. einenSaal in dem königlichen Schlosse Sanssoucy. 0)Andreas, geb. 170h. legte sich auf das Landschaft-malen, und gieng von Berlin wieder nach Rom inein Kloster, kJachrichren von Rünstlern l. 21.
— — (du), Baumeister, arbeitete um 171».zu Paris .
* Buister (Philipp), Bildhauer zu Antwer-pen, kam um 1620. nach Paris . Er verfertigte dasGrabmal des Cardinals von Rochefoucault, wel-ches man in einer Kapelle der Kirche von St. Ge-nevieve findet. In dem königl. Garten zu Versail-les sieht man auch die Statüe der satyrischen Dicht-kunst; ein schätzbares Stück von seiner Arbeit. Erst. 1688.94. 1 . alt. Chaveau, le Pautre, S. Tho-maffin u. s. f. haben nach ihm gestochen.rocnt.
Bnnnik.
Bularchus, «in antiker Maler, blühete umdie 18. Olympiade. Candaules, König in Lydien ,bezahlte ihm das Gemäld von der Schlacht der Mag-nesier mit gleichem Gewicht an Gold. F«»r«§. -
Büler (Ulrich), malte i 5 io. die Bildnisse derzwölf Apostel in Lebensgröße, die zu Freyburg inBrisgäu bey den Jesuiten zu sehen sind, mit einerstarken und meisterhaften Manier und sehr gutemAusdruck. ^c.
* Bulla nr (Johann), französischer Baumei-ster, gab die Zeichnung zu der hohen Säule in demHofe des Hotel vonSoiffon, und arbeitete mitf)br-liberr de Lorme gemeinsam an dem Pallaste derThuilleries. Er starb zu Paris 1678. Man findetden Plan des vorgedachten Pallastes in I. MarotsWerke. S. den Art. Barrholome le prieur.
p. Zi 3 .
Bullard (Simon), französischer Benedictiner-mönch, gieng aus seinem Daterlande in die Schweiz ,wo er die Religion änderte. Er kam nach Berlin ,und malte daselbst einen von den Triumphbogen,welche 1700. auf den feyerlichen Einzug Friedrich I. als Königs in Preußen errichtet wurden. Bullardzeichnete zwar fleißig nach dem Leben, hatte aberwenig Genie z» Erfindung historischer Stücke; des-wegen bediente er sich gemeiniglich der Kupferstiche.Beschreibung von Berlin S. 678. Heinekennennt ihn I. 17. Boeclard.
* Bullerr (Peter), Baumeister zu Paris , blü-hete um 1670. Er arbeitete Anfangs unter FranzDlondel als Aufseher seiner Bauleute, und ward1O99. Mitglied der königl. Academie von der erstenOrdnung. Man zählt unter seine vornehmsten Werkein dieser Stadt: Die Pforte von St. Martin, dasHotel von Tallard, den Brunnen bey der Pforte vonSt. Michel und die Noviciatskirche der Jacobiner,welche aber unausgebaut blieb. Er baute auch dasSchloß Jssy in den Gegenden von Paris . Manhat von ihm eine praktische Baukunst in drey Octavrbanden, die 1691. gedruckt ist. — Sein Sohn wardzu obbemeldter Zeit ein Mitglied der Academie vonder zwoten Ordnung. L»ice.
* Bullinger (Joh. Balthasar), geb. 171Z.zu Langnau im Eanton Zürich, wo sein Vater Pfar-rer war. Er lernte bey Johann Eimler, und thatdarauf eine Reise in Italien. Zu Venedig studirteer in Tiepolo's Schule; da aber dieser nach Mai-land berufen wurde, kam er nach einem zweyjah-rigen Ausbleiben nach Hause. Hierauf arbeitete ereinige Zeit zu Solothurn und zu Neuschatel; her-nach gieng er in Holland , und verweilte sich beydrey Jahren in Amsterdam . Nach seiner Heimkunftlegte sich Bullinger vorzüglich aus das Landschaft-malen, und zierte mit dieser Arbeit verschiedene Zim-mer , welche den Beyfall der Kenner verdienen. Erward 177z. der erste Professor der Zeichenkunst, inder zu Zürich damals neuerrichteten Kunstschule.Bullinger radirte auch mit einer angenehmen Ma-nier nach F. Ermels, F. Meyer und seinen eigenenZeichnungen. Füßl, III. i 85 .
Bulrrafio. S. Boltrafio.
Bulzonus (Andreas). S. Bolzoni.
* Bunel (Jacob), geb. zuBlois i 558 , machteseines Vaters *FranzenUnterweisung sich sowohlzu Nutze, daß er zum ersten königlichen Maler ernanntwurde. Man sieht von seinen Bildern in den Kirchender großen Augustiner und der Feuillantiner in derStraße St. Honorö zu Paris . Er ahmte die Ma-nier des Friedrich Zucchero nach H. Oldelon, P. deJode und Th- de Leu haben jeder ein Blakt nach ihmgestochen. Seine Ehefrau übte mit solcher Geschick-lichkeit die Malerey, daß sie ihren Mann übertraf.Fe/rH III. 127.
Bunnik (Johann van), genanntRereltrom,geb. zu Utrecht 1654, lernte bey Hermann Zaftlevenund Gerard Hoet . Er durchreiste den größten TheilItaliens; zu Rom zog Carl Maratti seine Arbeit aller